Tagebuchbloggen 05.04.2018

6:30 Uhr der Wecker klingelt, ich snooze noch 2 Mal, um 6:50 Uhr stehe ich auf. Die kleinen Menschen sind bei den Großeltern in den Osterferien, der Liebste und ich sind allein zu Hause, wir frühstücken einsilbig miteinander. Gegen 8 verlassen wir beide das Haus.

8:10 Uhr ich fahre direkt ins Labor, nach dem rechten sehen wie neuerdings jeden Morgen. Es gibt keine neuen Hiobsbotschaften.

8:45 Uhr ich komme im Büro an, Mails lesen, Kaffee holen.

10:30 Uhr die Sicherheitsbetrachtung für den Versuch muss überarbeitet werden, also setzen der Laborleiter und ich uns zusammen und gehen nochmal durch die 157 Seiten und teilen auf, wer welchen Teil durchgeht und überarbeitet.

Danach mache ich mich direkt daran, meinen Teil zu bearbeiten.

11:30 Uhr Mittagessen. Anschließend fühle ich mich ziemlich erschlagen und würde am liebsten einen Mittagsschlaf einlegen. Stattdessen versuche ich mich weiter zu konzentrieren, um mit der Sicherheitsbetrachtung weiter zu kommen. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir ausmalen, dass ich um 15 Uhr nach Hause gehe und mich ins Bett lege. Was ich natürlich nicht tue. Aber es kostet mich echt Überwindung.

Der Laborleiter ruft an und hat dann doch noch neue Hiobsbotschaften. Mal schauen, ob wir morgen eine Lösung finden.

Irgendwann bekomme ich von einem Kollegen aus den USA eine Mail, in der er bestätigt, dass ich wohl übernächste Woche nach Mexiko fliegen werde. Das mit den Dienstreisen scheint so langsam zur Gewohnheit zu werden. Aber es bewegt sich noch in einem Rahmen, den ich angenehm und nicht lästig empfinde.

17:50 Uhr ich verlasse das Büro, gehe zur S-Bahn

18:30 Uhr ich treffe Marja Katz, wir gehen zusammen thailändisch essen und haben einen sehr schönen Abend zusammen.

21:54 Uhr ich komme zu meinem Fahrrad, das ich an der S-Bahn abgestellt habe und stelle fest: irgendeine Arschgeige hat mein Fahrradlicht geklaut. Warum macht man sowas? Ich begreife das ehrlich nicht. Vor allem an dieser S-Bahn Haltestelle muss man sich schon sehr gezielt rumtreiben, da hängen keine gelangweilten Jugendlichen ab, die das als „Mutprobe“ machen. Nur warum sonst klaut man ein popeliges Fahrradlicht? Was will man damit?

22:00 Uhr ich komme zu Hause an, rege mich beim Liebsten noch über die fahrradlichtdiebe auf, höre das äußerst amüsante Interview von Holgi und Katja Weber auf Radio eins mit Jens Jessen, was deutlich vor Augen führt, dass Herr Jessen ein großes Problem hat und statt mit Radioleuten wohl besser mal mit einer Therapeutin sprechen sollte, mache mich bettgehfein, schreibe diesen Blogpost und werde danach schlafen.

Zimtkringel Siegerländer Art

Bei uns zu Hause gab es früher am Wochenende immer mindestens einen Kuchen. Meistens eher zwei. Traditionell wurde am Samstag um 16 Uhr nach getaner Arbeit (meine Mama und wir Mädchen: backen, putzen, der Vater und meine Brüder: Landwirtschaft) zusammen Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Bei meiner Oma gabs die gleiche Tradition und eine Zeit lang gingen meine Schwester und ich nach getaner Arbeit zu ihr, schauten dort „Formel eins“ (also diese Musiksendung, nicht dieses sinnlose Autorennen) (bei uns zu Hause gab es über lange Phasen keinen Fernseher, deshalb mussten wir zu meiner Oma gehen. Dort gabs auch nur 3 Programme, aber immerhin!!!) und setzten uns dort an den Kaffeetisch (der Stall war eh bei meiner Oma, so dass der Vater und meine Brüder dann auch dort Kaffee tranken). Ein Standardkuchen, sowohl bei uns zu Hause, als auch bei meiner Oma war Zimtkringel. Allerdings hatten meine Mama und meine Oma leicht andere Rezepte. Das meiner Mama schmeckte mir besser, auch wenn meine Oma die unübertroffene Hefegebäckkönigin war!

Hin und wieder ereilt mich die Sehnsucht nach diesem Kuchen und statt Zimtschnecken backe ich dann Zimtkringel. Und im Prinzip unterscheiden sich beide Rezepte auch kaum voneinander. Der Hefeteig ist sowieso der gleiche:

180 ml Milch
50 g Butter
420 g Dinkelmehl
100 g Zucker
1 großes Ei
1 Päckchen Trockenhefe

Backofen auf 100ºC vorheizen, wieder ausschalten.
Milch und Butter mischen, warm machen, bis die Butter geschmolzen ist. 120 g Mehl, Zucker, Ei und Hefe zufügen. 3 Minuten durchkneten. Die restlichen 300 g Mehl zufügen, ca. 8 Minuten kneten, gegebenenfalls noch etwas Mehl zufügen, damit der Teig nicht mehr klebrig ist. Den Teig in eine eingeölte Schüssel legen, darin etwas schütteln, damit der Teig mit Öl überzogen ist. Den Teig in den (ausgeschalteten!) Backofen stellen, 2 Stunden gehen lassen. Den Teig zu einem 40×30 cm großen Rechteck (oder einem Oval mit ungefähr diesen Abmessungen) ausrollen.

Dann den Teig mit Pflaumenmus bestreichen, großzügig Zimt und Butterflocken darüber verteilen (für mäkelige kleine Menschen kann man einen Teil auch ohne Pflaumenmus machen, das geht dann in Richtung des Rezepts meiner Oma, schmeckt auch, ist aber nicht so saftig)

Dann rollt man den Teig auf

und legt ihn in einem Bogen auf ein Backblech.

Bei 200°C für 30 min in den Ofen, bis er ungefähr so aussieht:

Etwas abkühlen lassen und noch leicht warm genießen. Die Reste kann man dann am nächsten Morgen frühstücken. Und an Übernachtungsgäste verfüttern.

Pizzatörtchen

Weil bei Twitter nach dem Rezept gefragt wurde. Wir haben da strikt nach Anweisung des kl kl Menschen gehandelt und waren alle vier sehr überzeugt vom Ergebnis. Der kl kl Mensch hatte am Freitag im Kindergarten mit den anderen Vorschulkindern Kochtag, da haben sie Pizzatörtchen gemacht und wir habens am Samstag dann sofort nachgemacht.

200 g Mehl

125 g Wasser

3,5 g trockenhefe (oder 10,5g frische Hefe)

¼ TL Salz

1 EL Olivenöl

Die (Trocken)Hefe mit 4 EL vom warmen Wasser anrühren, Mulde ins Mehl, dahinein die Hefelösung, mit Mehl bedecken, 15 min gehen lassen. Mit restlichem Wasser, Salz und Olivenöl zu einem elastischen Teig kneten, 2 h gären lassen.

Teig in 12 Portionen teilen, ausrollen und eine Muffinform damit auskleiden. Nochmal 20 min gären lassen.

50 g Tomatenmark mit Wasser verrühren, so dass es schön cremig streichfähig ist. Mit Salz, Pfeffer, Pizzagewürz abschmecken. In die mit Teig ausgekleideten Förmchen streichen.

Nach Belieben Schinken, Salami, Pilze, Artischocken,… kleinschneiden und in die Förmchen schmeißen.

125 g Mozarella in kleine Stücke reißen und ebenfalls in die Förmchen schmeißen.

Bei 200°C Ober-/Unterhitze für 15 min backen, dann bei 250°C Grill und Umluft solange backen, bis Käse gewünschte Bräunung hat.

Sonntagssachen

Tee gekocht. Ein Maschenprobe aufgeribbelt. Das fertige Tuch von Stecknadeln befreit. Fahrrad gefahren. In der Sonne um einen See spaziert. Zugeschnitten. Neue Maschenprobe gestrickt (und dabei endlich mal den magic loop ausprobiert). Gekocht. Prophylaktisch Magen-Darm-Viren durch innerliche Portweinanwendung bekämpft.

Geburtstagskleid 2018

geburstag_180204-028Das Schnittmuster liegt hier schon einige Monate über einem Jahr rum, ebenso der Stoff dafür. Aber ich war mir einfach nicht sicher, ob mir die typische Silhouette der 1920er überhaupt steht. Die Mode damals war geprägt von der Befreiung der Frau aus den Korsetts. Weibliche Reize wurden verhüllt und das Körperideal war ein eher knabenhafter Körper. Und das kann man ja von meinem Körper nun wirklich nicht behaupten. Ich mag den Stil trotzdem sehr und bin schon lange auf der Suche nach einem Schnittmuster aus dieser Epoche, das trotzdem auch mit meinen weiblichen Rundungen gut aussieht. Ganz besonders herausfordernd ist ja, dass mir die Rundungen an der Hüfte eher fehlen, weshalb ich ja bei meinem Signaturelook darauf setze, die Taille optisch zu betonen und Hüftrundungen mit Falten vortäusche.

Das Zigzag-Dress von Decades of Style erschien mir deshalb ganz gut geeignet, da die Zacken auf der Hüfte diesen etwas mehr Fülle zu geben versprachen. Und es hat Ärmel. Ich mag die Rückenansicht meiner Oberarme nicht besonders, deshalb bevorzuge ich Ärmel an meinen Kleidern.

Unsicher war ich etwas bei der Größenauswahl. Das Kleid ist sehr weit geschnitten und hat keinen Reißverschluss. Es sollte also einerseits problemlos über die Brüste rutschen können, aber andererseits auch nicht zu weit an den Schultern sitzen. Da es aber tatsächlich mit soviel Mehrweite daherkam, konnte ich mich bei der Auswahl an meiner Oberbrustweite orientieren (dann passt es an den Schultern) und es passte trotzdem noch locker über der Brust.

Den Stoff fand ich eher zufällig bei Stoff und Stil und ich war etwas unsicher wegen der Farbe. Er ist tatsächlich ein Zwischending zwischen Gold und Silber. Deshalb traute ich mich schlussendlich, ihn mitzunehmen. Dazu fand ich passenden Chiffon für die Ärmel. Auch dieser irgendwie zwischen grau und beige.

Etwas Respekt hatte ich ja vor den Zacken, da die im schrägen Fadenlauf geschnitten sind und da enorm die Gefahr besteht, dass der Stoff sich unkontrolliert dehnt. Allerdings war der Stoff, wie ich beim Zuschneiden feststellte, gar nicht gewebt, sondern gewirkt. Und dehnte sich diagonal sogar weniger als Senkrecht zum Fadenlauf. 2018-01-28 17.07.03

Die Anleitung besagte, dass man die Zacken der Rockteile an der Nahtlinie umbügeln solle. Allerdings ist der Stoff völlig knitter- und damit auch bügelfrei. Da war nix mit Kanten umbügeln. Also griff ich zu einer etwas unorthodoxen Maßnahme: Ich klebte die Nahtzugaben mit Wondertape fest.2018-01-29 19.31.25

Das nähen ging dann erstaunlich schnell. Aber gut, keine Abnäher ist ja auch mal ganz nett. Das Rockteil wird dann erstmal von Hand ans Oberteil geheftet und dabei stellte sich heraus, dass ich ganze 10 cm Länge aus dem Oberteil rausnehmen musste. Bei einem auf Figur geschnittenen Oberteil wäre diese Änderung fatal, aber hier war es überhaupt kein Problem. Man muss nur sehr genau arbeiten, um die Zacken wieder exakt hin zu bekommen. Den Rock kürzte ich am Ende ebenfalls um 10 cm. Das Schnittmuster scheint also eher für Frauen um die 1,80 m gemacht zu sein.

Die Ärmel nähte ich mit französischen Nähten, damit man die Versäuberung durch den transparenten Chiffon nicht sieht

Mit ein bisschen Näherfahrung ist die Anleitung problemlos zu meistern und das ganze ist auch schnell genäht. Und trotzdem hat dieses Kleid wirklich etwas sehr extravagantes. Auch wenn es natürlich kein Alltagskleid ist, fühlte ich mich trotzdem nicht verkleidet darin. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich Vintage nicht als Verkleidung sondern als fashion statement trage.

Für die Frisur habe ich erstaunlich wenig Zeit aufgewendet. Es sind leider nicht die von mir so geliebten Wasserwellen, aber ich bin einfach viel zu ungeschickt, was das selbst frisieren angeht. geburstag_180204-011geburstag_180204-019geburstag_180204-022geburstag_180204-024geburstag_180204-026