MeMadeMittwoch – mit Blumen im Haar

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Als ich diesen Schnitt das erste Mal bei Catherine sah, war mir klar, was ich aus dem auberginefarbenen Stoff mit grau-schwarzen Streifen machen möchte. Eigentlich dachte ich, dass ich das noch im September letzten Jahres mache, aber wie das immer so ist, es ist immer viel zu wenig Nähzeit. Nunja, genau ist es jetzt mit dem Jacket zur Kniebundhose. Muss wohl auch bis zum Herbst warten. Aber so war dann wenigstens klar, was ich als erstes Frühlingskleid 2014 nähe. Der Schnitt (Simplicity 2403) ist out-of-print, aber in den USA kann man ihn noch als reprint bestellen. Ich bin nicht die Einzige, die diesen Schnitt unbedingt haben wollte, also gabs mal wieder eine Nähnerdsammelbestellung von Schnittmustern in den USA. Lotti hat schon mehrere tolle Kleider nach diesem Schnittmuster genäht. Sie brachte mich auch auf die Idee mit den Paspeln

Allerdings hatte sie auch erwähnt, dass der Schnitt für größere Körbchengrößen eher knapp ausfällt. Das hatte ich aber irgendwie verdrängt und habe es in Größe 18 zugeschnitten. Dank der Princessnähte am Oberteil konnte ich noch ein bisschen was rauslassen, aber die Knopfleiste, die ich zum Glück noch nicht geschlossen hatte, bekam ich beim besten Willen nicht zu. Also hab ich einfach einen Streifen in den Ausschnitt eingenäht und sag jetzt einfach, das gehört so!Bild

Das nächste Mal werde ich aber wohl eine Größe größer zuschneiden (Mist, den Schnitt mit seinen 13 Schnittteilen nochmal kopieren…) Das ist wirklich meine größte Kritik an dem Schnitt, diese echt vielen Teile. Ich mag kopieren und zuschneiden nicht besonders.

Das nächste mal werde ich eine Variante mit Stoffmix ausprobieren, so dass es dann so aussieht, als trüge ich eine in den Rock gesteckte Bluse.

Da es morgens noch recht kühl ist, habe ich noch ein Wickeloberteil drüber gezogen.Bild

Wie andere das Problem mit kaltem Morgen, sommerlichen Temperaturen am Mittag und selbstgenähten Kleidern lösen, seht ihr beim MeMadeMittwoch

Kostüm Sew Along #2

So, die Bundestagswahl hat mich mehr absorbiert, als ich erwartet hätte. Aber das war/ist ja mehr Krimi als 2002… Leider mit deutlich düstererem Ausgang. Auch wenn meine allerschlimmste Befürchtung einer absoluten Mehrheit für die CDU wohl knapp nicht wahr werden wird… Aber dass diese (insert here an appropriate insult) AfD soviele Stimmen bekommt, macht mich sehr sehr traurig und ziemlich wütend.

Jetzt aber zu den wirklich wichtigen Dingen an diesem Abend: Das Kostüm. Ich hab das Gefühl, ich bin keinen Schritt weiter als vor 2 Wochen.

Ich hab das Probeteil nämlich nochmal in Gr. 14 zugeschnitten, weil es mir in Gr. 16 dann doch an vielen Stellen irgendwie zu weit vorkam. In Gr. 14 hatte es noch immer zuviel Weite an der Seite unter den Armen. Und auch die vorderen Schulterabnäher mussten verlängert werden. Und dann kam das Drama mit den Ärmeln. Das Armloch hatte ich vorausschauend schon deutlich kleiner zugeschnitten. Da ich aber die Seitennaht am Armausschnitt aber vorne und hinten jeweils 1,5 cm enger gemacht hatte, hatte ich nun viel zu weite Ärmel bzw. war die Nahtlinie der Armkugel nun zu lang. Ich hab den Ärmel dann trotzdem einfach mal eingesetzt, passend zu den Passzeichen und dementsprechend war dann unter der Achsel am Ärmel zuviel Stoff. Den Ärmel also enger gemacht. Es passte zwar, aber mir kam der Ärmel irgendwie eng vor.IMAG0356 Trotzdem hab ich das Nesselmodell wieder auseinander genommen, um die gemachten Änderungen auf das Schnittmuster zu übertragen. Allerdings kam mir der Ärmel, als er dann so auseinandergenommen vor mir lag schon sehr komisch vor. IMAG0364.jpgUnd am Bizeps zu eng fand ich ihn ja auch irgendwie… Also nochmal mit den #nähnerds diskutiert, ob ich den Ärmel nicht einfach einkräusel, damit ich bei Originalweite die Armkugel in das verkleinerte Armloch bekomme. Zu allem Überfluss war ich auch noch der Meinung, dass die Höhe der Armkugel zu kurz sei… Schlussendlich habe ich den Originalärmel auf einer Seite nochmal eingekräuselt eingenäht, war aber mit dem optischen Ergebnis nicht zufrieden. Mittlerweile war der Herzensmensch aber wieder da und konnte mich bezüglich Optik und Faltenverlauf beraten. Und so kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Armkugel nach vorne gekippt werden müsste. Also nochmal den Ärmel rausgetrennt und hinten ganz knapp an der Nahtzugabe eingenäht. IMAG0372.jpgDadurch gabs dann vorne am Vorderteil doofe Falten. Dort dann also den Armausschnitt weiter nach innen verlegt. IMAG0371 (1).jpg100 % zufrieden bin ich noch immer nicht, und es bleibt die Angst, dass ich am Ende eine Jacke haben werde, in der ich mich nicht bewegen kann, aber ich bezweifel, dass ich da alleine ohne (semi)professionelle Hilfe weiterkomme. Ich brauche einen Jackengrundschnitt (bzw. es fehlt mir eine Anleitung, wie ich passend zum Oberteilgrundschnitt Ärmel konstruiere und wie ich diesen Grundschnitt dann als Nesselmodell final an meinen Körper anpasse), den ich dann auf ein Schnittmuster lege und so elendes Anpassungsrumgehampel umgehe. Das macht nämlich wenig Spaß.

Ich denke, den Schnitt für den Oberstoff kann ich so lassen, das passt und ich kann mich drin bewegen. Da ich aber an der Seitennaht und am Armausschnitt schon ordentlich was geändert habe, IMAG0371.jpgmuss ich ja auch die Schnittteile für das Futter ändern. Und da kam schon wieder die nächste Verwirrung, die ich dank dem Zuspruch von Lucy, Cat und Meike hoffentlich nun gelöst habe: Die Teile für Oberstoff und Futter sind nicht deckungsgleich.IMAG0373Klar, Belege muss ich abziehen und im Rücken ist im Futter eine Bewegungsfalte. Aber ich hätte schon erwartet, dass Armausschnitt, Seitennaht und Abnäher aufeinanderpassen. Tun sie aber nicht. Wie soll ich denn nun bitte meine Anpassungen aufs Futter übertragen? Was ich gelernt habe: Hauptsache, das Futter ist weiter als der Oberstoff, es kann durchaus eine leicht andere Schnittführung haben. Ich habe mich jetzt dazu entschieden, dass ich die Änderungen an der Seitennaht und dem Armausschnitt mit aufnehme (vor allem, weil das Schnittteil vom ärmel für Futter und Oberstoff identisch ist), die Veränderung der Abnäher aber nicht mache, da ich da ja den Schnitt enger gemacht habe, das sollte also okay gehen, wenn ich das beim Futter nicht mache.IMAG0375Ich habe mich mittlerweile dazu entschieden, dass ich das Nesselmodell von Vorder- und Rückenteil als Einlage verwende, die Belege mit Vliseline verstärke und an den Ärmel nur Oberstoff und Futter zu verwenden. Und ich werde anders zusammennähen als es Gertie vorschlägt. Außenjacke und Innenjacke seperat zusammensetzen, an der Innenjacke an einem Ärmel eine Wendeöffnung lassen, dann Außen- mit Innenjacke verstürzen (und wieder ne Menge Hirnschmalz darauf verwenden, wie ich das jetzt genau an den Ärmeln mache). Aber davor steht erstmal der Zuschnitt…

Ich hatte gehofft, den heute abend zu machen, aber Rotwein, Bundestagswahl, Twitter und dieser Post hatten andere Pläne mit mir…

Wie weit die anderen Mitstreiterinnen mit ihrem Kostüm gekommen sind, seht ihr hier.

PS: Ich verschenke den abgepausten Folienschnitt is Gr. 16. Ich hab nichts geändert, der ist original so, wie auf dem Schnittmusterbogen. Wäre doch schade um die Arbeit beim Abpausen. Bei Bedarf lege ich auch eine knappe Nähanleitung bei. Na, mag jemand?

Me Made Mittwoch – Gerties Shirtwaistdress

In „Gerties new book for better sewing“ gibt es ein paar wirklich schöne Sachen.

Was hab ich geflucht. Das Schnittanpassen wollte so gar nicht gelingen. Ich hab den Schnitt in Gr 12 abgepaust und ein FBA gemacht. Das hat vorne und hinten nicht funktioniert. Und diese „Fit for real people“-Methode mit dem halben Folienschnitt anprobieren war auch mal wieder nur semihilfreich.IMAG0323Dann hab ich mir meinen Basisschnitt nochmal rausgeholt und auf den Mehrgrößenschnitt gelegt. Und siehe da: Das Vorderteil war ne ziemlich eindeutige Gr 16. Den Brustpunkt musste ich etwas verschieben und den Armausschnitt verkleinern, ansonsten passte es alles ziemlich gut. Dann das Rückenteil auf die Schulterpasse gelegt und festgestellt: Das ist eindeutig eine Gr. 12. Äh, was?!? Nun gut, die Qualität von Gerties Schnittmuster wurde ja schon an anderer Stelle diskutiert. Ich habe also tatsächlich die Vorderteile in Gr. 16 und die Rückenteile in Gr. 12 zugeschnitten. Dabei meine Armausschnitte übernommen, damit es da dann keinen Stress gibt, bei dem Unterschied.

Die Schulternähte passten dann nicht so ganz zusammen, also am Vorderteil die Schulternähte an der Halsseite so gekürzt, dass sie mit der Schutlerpasse zusammenpassten. Dadurch musste ich den Beleg nochmal neu zuschneiden, weil sich der Bogen des Revers dadurch geändert hat.

Die Armkugel passte natürlich auch nicht so richtig zu meinem verkleinerten Armloch. Leider war in dem Schnittkonstruktionskurs für Ärmelkonstruktion keine Zeit mehr bzw. ist der Nachfolgeworkshop, bei dem das drankommen sollte nicht zustande gekommen. Deshalb hab ich (noch) keinen zufriedenstellenden Basisschnitt für Ärmel.

Richtig glücklich macht mich die Kombi aus Pünktchenstoff mit Blätterstoff. IMAG0324

Eigentlich wollte ich ja zwischen Schulterpasse und Rückenteil noch eine Paspel aus Blätterstoff einnähen, hab das aber im Eifer des Gefechts vergessen (das wird wohl immer das Schicksal von Paspeln bei mir sein…). Die Ärmel weichen ja nicht nur an der Armkugel vom Original ab, auch die Länge und die Abschlusskante sind freestyle von mir angepasst. Und ich hab das Gefühl, dass es wirklich das erste Kleidungsstück aus Webware ist, wo ich das Gefühl hab, ich kann micht vollkommen ungestört bewegen. Allerdings ist die Armkugel noch nicht perfekt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich die Ärmel richtig rum eingesetzt habe, oder ob ich vorne und hinten vertauscht habe. Denn sie bauschen hinten sehr komisch. Kann an meiner missglückten Konstruktion liegen oder an meiner Blödheit.

Der Oberhammer an dem Schnitt ist aber, dass das Rückenteil in der (imaginären) Taille gesmokt ist. So bequem! Und sieht dabei so schick aus, wie ich finde!IMAG0325Da ich gestern nacht beschloss, dass ich dieses Kleid unbedingt heute tragen möchte, habe ich es heute ziemlich unfertig getragen. Die Schulterpasse ist gedoppelt, allerdings ist die innere nur oben am Halsausschnitt festgenäht, die anderen 3 Seiten muss ich noch mit der Hand festnähen. Die Nähte sind nicht versäubert, und es hingen auch mal wieder noch 1000 nicht abgeschnittene Fäden an mir runter… Und um die Unperfektheit noch perfekt zu machen: In meinem Wahn nach Mitternacht habe ich es nicht geschafft, den Saum auf eine Länge zu kürzen (trotz Rockabrunder). IMAG0326

Aber beim Saum frage ich mich eh noch, ob ich den nicht doch mit geblättertem Schrägband einfasse. Oder ist das dann zu viel?

Cat führt heute im Kostüm die Riege der MMM Damen an.

Me Made Mittwoch – Schluffi-Kleid, das 2.

Heute im Büro habe ich mal wieder das Licorice Dress getragen, mit dem ich mich mittlerweile dann doch sehr angefreundet habe, auch wenn ich es beim nächsten mal wohl eine Größe größer zuschneiden würde.

Normalerweise gehe ich ja in meinen Bürokleidern dann auch die kleinen Menschen abholen und bei schönem Wetter und guter Laune dann ohne Umweg auf den Spielplatz. Diese Woche sind wir aber aufgrund von Ferien in der komfortablen Situation, dass meine Mama auf den großen kleinen Menschen aufpasst und den kleinen kleinen Menschen bei der Tagesmutter abholt. Also hatte ich heute Zeit und Freiraum, mein Bürokleid gegen ein Schluffi-Kleid auszutauschen, bevor ich auf den Spielplatz gegangen bin.

Außerdem habe ich während der MMM-Sommerpause auch nur ein einziges Kleid für mich selber genäht und das ist ausgerechnet auch ein Schluffi-Kleid. Ich hatte heute morgen auch schon ernsthaft überlegt, ob ich schummeln soll und euch einfach einen Post von vorletztem Wochenende unterschiebe.

Aber dann hab ich mich ja nochmal umgezogen, so dass ich euch jetzt doch nicht betuppen muss und tatsächlich ein Me Made Kleid präsentieren kann, was ich heute anhatte und auch bisher aufgrund von Bürountauglichkeit den Weg noch nicht hierher gefunden hat.Kleid130828-001Es handelt sich um Onion 2022. Es ist bereits das dritte Kleidungsstück, was ich nach diesem Schnittmuster genäht habe. Das erste war ein Shirt, da habe ich mich noch ziemlich genau an das Muster gehalten, das war sozusagen ein tragbares Probestück. Das zweite war dann die Tunikaversion mit ein paar Anpassungen, aber da hab ich mich beim vorderen Oberteil irgendwie vertan, das ist etwas kurz und sitzt deshalb etwas knapp über der Brust. Da ich eher klein bin, geht die original Tunikalänge bei mir aber auch problemlos aus Kleid durch. Beim dritten habe ich es dann an der Brust in die andere Richtung übertrieben, weshalb da jetzt etwas viel Stoff unterhalb der Brust ist. Und bei der Länge habe ich diesmal die Kleidlänge gewähltKleid130828-003Was mir nach dem ersten Probeteil schon klar war: Die Kräuselung im Rückenteil ersetze ich durch Abnäher, das sieht deutlich vorteilhafter bei meiner Figur aus.

Kleid130828-007(die Falten kommen vom Shirt darunter, ich muss dem Fotografen noch beibringen, worauf es bei Fashionfotos ankommt :D)

Wenn man das Knotenprinzip mal verstanden hat, was dank der Fotoanleitung von Zapperlott auch ziemlich einfach war, dann ist das Nähen nach dänischer Anleitung auch kein Problem.

Der Stoff ist ein fester Viskosejersey von Michas Stoffecke, den ich wirklich toll finde. Kleid Nr 2 ist auch aus diesem Stoff in aubergine.

Wiebke führt heute die Riege im Me Made Mittwoch Blog im extravaganten Ming-Vasen Kleid an. Was es sonst noch für tolle Menschen in selbstgenähter Kleidung gab, muss ich jetzt erstmal selber schauen.

Me Made Mittwoch im bewährten Look und Anfreunden mit dem Licorice Dress

Heute habe ich mal wieder das selbstkonstruierte Etuikleid an, weil es sich einfach echt bewährt hat und die Temperaturen ja eh nichts anderes zulassen als Lagenlook.

DSC_1833Diesmal habe ich eine Bluse aus der Maßkonfektion dazu kombiniert. Der Stoff hat ganz schmale rote Streifen und an den Manschetten und die Knopfleistenbelege sind aus Vichykaro. Aber Maßkonfektion bei Frauen sucks. Nicht umsonst gibt es dazu einen Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Niederrhein. Im Prinzip hab ich nämlich bei diesen maßkonfektionierten Blusen das gleiche Problem wie bei der Kittelschürze: Armbewegungsfreiheit ist eher eingeschränkt…

Aber eigentlich wollt ihr ja was ganz anderes sehen, oder? Nämlich das Licorice Dress von Colette aus tollem Tulpenstoff, welches ich gestern endlich fertig genäht hab. In meiner Vorstellung sollte das ein leichtes, weich fließendes, bequemes Sommerkleid werden. Aber weil das Wetter zum einen nicht wirklich sommerlich ist und zum anderen ich mich nicht so richtig mit dem Kleid anfreunden kann, habe ich es heute tagsüber nicht getragen. Aber für Fotos habe ich es dann eben doch nochmal angezogen und bin nicht mehr ganz so skeptisch.

DSC_1837Nach den Armhebeproblemen bei der Kittelschürze habe ich bei diesem Kleid sowohl die Armausschnitte als auch die Armkugel mit 4 cm Nahtzugabe zugeschnitten, um im Zweifelsfall genug Stoff zum ändern zu haben. Unter der Achsel habe ich von vornherein nur 1 cm Nahtzugabe genäht, also 3 cm neben der ursprünglichen Nahtlinie. Zur Schulter hin habe ich dann die neue Nahtlinie auf die Originallinie auslaufen lassen. Die erste Anprobe ergab, dass die Armlöcher viel zu eng waren und vor allem die Schulternähte viel zu weit außen lagen. Ich habe dann noch 3 mal nachkorrigiert. Wirklich bequem war es aber noch immer nicht und dann fing der kleine kleine Mensch an zu quaken und als ich mich um ihn kümmerte, machte es plötzlich „ratsch“. Ich dachte wirklich, dass da eine Naht gerissen war. Aber es war zum Glück nur die Nahtzugabe, die einfach zu eng war.

Die Taillenabnäher und die Seitennähte musste ich übrigens auch ordentlich rauslassen, damit es nicht total nach Presswurst aussah. Vielleicht hätte ich es besser in Gr. 14 statt 12 zugeschnitten. Denn die Abnäher sitzen definitiv nicht richtig.

Die Arme kann ich mittlweile bequem bewegen

DSC_1844Unzufrieden bin ich allerdings mit der Rückenansicht

DSC_1846Der Reißverschluss ist zu kurz. Ich wollte einen 60 cm langen nahtverdeckten Reißverschluss, aber in diesem durmeligen Nähladen hier vor Ort hatten sie keinen schwarzen nahtverdeckten RV in 60 cm Länge. So richtig glauben kann ich das noch immer nicht, weil das ja nun wirklich so ziemlich ein Standardding sein sollte, oder? Also ließ ich mich von der Verkäuferin dazu überreden, einen 40 cm langen Reißverschluss zu nehmen. Das würde für ein Kleid doch locker ausreichen. Nein, für ein enganliegendes Kleid reicht das nicht!!! Näht weiter eure Patchworkdecken und Handytäschen, aber tut bitte nicht so, als würdet ihr was vom Nähen von Damenoberbekleidung verstehen!

Wirklich gut eingenäht ist er aber auch nicht. Der Stoff ist ziemlich fragil und benötigte Seidenpapier beim Nähen, damit die Zähnchen vom Transporteur ihn nicht zerstören. Aber entsprechend heikel reagiert er auch auf nicht einwandfrei eingenähte Reißverschlüsse. Das muss ich definitiv noch üben!

Und dann der Kragen. Ich weiß, dass der so gehört, aber diese große Lücke hinten finde ich irgendwie „hmmm“. Das ist so ein Detail, welches typisch für Colette ist. Sieht so ein bisschen halbgar aus.

Wahrscheinlich liegt es an den drölfmillionen Änderungen an den Armlöchern/-kugel, aber die Ärmelabschlüsse sehen krumm und schief aus

DSC_1848So und jetzt ihr: Ist es wirklich so schlimm? Oder bin ich überkritisch?

Fest steht: Gr. 14 und ein etwas weichfließenderer Oberstoff und ein rutschigerer Unterstoff wären wahrscheinlich besser gewesen, damit ich mich wohler fühlen würde. Habt ihr Tipps für ein flutschiges Unterkleid?

Das letzte Mal vor der Sommerpause führt heute Meike die Riege der Damen in selbstgenähter Kleidung an.

Me Made Mittwoch

Heute mal total langweilig eine exakte Wiederholung meines Outfits vom 17. April 2013. Auf dem Fahrrad allerdings mit Regenhose drunter und Regenmantel drüber. IMAG0248Wenn eine genau hinschaut, dann kann sie links noch ein bisschen Saum unter dem Mantel hervorblitzen sehen (dunkelgrauer Streifen)

Ihr fragtet nach Detailfotos, und ich bin mir nicht zu fein, auch die hässlichen Details zu zeigen, mit denen ich nicht zufrieden bin 😉

Ich sagte es ja bereits, die Schulternähte musste ich wurschteln, weil ich nicht auf Wiebke hören wollte und den Beleg (Hals- und Armausschnitt zusammen) rundherum festgenäht habe nachdem ich die Schulternähte geschlossen hatte. Also Schulternähte wieder auftrennen, Kleid wenden, Schulternähte zusammenwurschteln. Das hab ich jetzt davon, in der rechten Schulternaht ist jede Menge Versatz drin.

DSC_0713links ist besser geworden

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Dank Sinje weiß ich ja nun, wie ich einen nahtverdeckten Reißverschluss auch ohne Spezialfüßchen einnähe (das Teil ist noch immer nicht da!!!) und ich bin mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden.

DSC_0711Mehr selbstgemachte Kleidung wie immer beim Me Made Mittwoch

Me Made Mittwoch – Hochzeitsgastprobekleid

Auch wenn mein Kleiderschrank noch immer wenig selbstgenähtes enthält, wird es langsam und ich trage mittlerweile sogar mehr als einmal in der Woche was selbstgenähtes. Ich bin wirklich total entzückt, dass mir das viele Lesen der Me Made Mittwoch Blogbeiträge die Scheu genommen hat, mit selbstgenähten Kleidern ins Büro zu gehen. Bzw. dass ich durch den Me Made Mittwoch überhaupt erst eine Idee bekommen habe, welche Kleider für mich und das Büro funktionieren. OLYMPUS DIGITAL CAMERA  (Die Bilder sind heute morgen in totaler Hektik entstanden…)

Heute trage ich ein Kleid, welches ich als Probekleid für ein Hochzeitsgastkleid genäht habe. Das Motto des Festes war „Eine englische Landpartie“. Für mich war recht schnell klar, dass ich dieses Motto in Richtung Bloomsbury Group interpretieren möchte. Vor allem dieses Outfit von Frances Partidge hatte es mir angetan. Für das Hochzeitsgastkleid hatte ich mir bei Frau Tulpe ganz wunderbaren Baumwollstoff bestellt, der aber so teuer war, dass ich lieber erstmal ein Probekleid nähen wollte. Zumal ich nie zuvor einen Reverskragen genäht hatte und auch wegen der Passform ein paar Bedenken hatte. Im August war ich noch in Elternzeit und der kleine kleine Mensch noch so genügsam, dass ich extrem viel nähen konnte und es realistisch war, dass ich bis Anfang September noch 2 Kleider fertig genäht bekommen würde.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Passform ist in der Tat verbesserungswürdig, was meine tolle Oma natürlich auf den ersten Blick gesehen hat. Der Armausschnitt ist zu eng und die Taillennaht ist zu rund und beult an der Seitennaht. Das mit dem Armausschnitt ist richtig Murks, wie ich heute festgestellt habe, weil das Kleid ständig nach oben rutscht, sobald ich die Arme auch nur leicht hebe… Den Stoff habe ich sehr günstig bei Karstadt im Schlussverkauf bekommen. Das lohnt sich wirklich, dann dort nach Stoff zu schauen. Ich hätte ihn mir sicher nicht für ein „echtes“ Kleid gekauft, das Blumenmuster finde ich irgendwie solala. Aber für meinen Zweck war der Stoff perfekt. Gleiche Qualität wie der „richtige“ Stoff, ansatzweise hübsch und echt günstig.

Ich finde Hemdblusenkleider echt hübsch, aber ob sie das richtige für mich sind, da bin ich mir irgendwie noch nicht so sicher. Demnächst zeige ich mal das richtige Hochzeitsgastkleid, ich glaube, das sieht etwas besser an mir aus…

Was sonst noch so an selbstgenähten/-strickten Sachen heute getragen wurden, seht ihr hier

Me Made Mittwoch

Ich finde den Me Made Mittwoch ja eine ganz wundervolle Einrichtung und er hat mir definitiv sehr dabei geholfen, wieder Kleidungsstücke für mich zu nähen und vor allem auch im Wochenalltag zu tragen (zumselige Sachen hab ich auch vorher schon hin und wieder für mich genäht und am Wochenende getragen). Warum ich mich trotzdem erst zum zweiten Mal beteilige liegt an ganz profan praktischen Gründen:

  • Der einzige Ganzkörperspiegel in der Wohnung ist gegenüber vom Fenster, also fallen Photos, die ich von mir im Spiegel mache, irgendwie flach, weil es sich dadurch zwangsläufig um Gegenlichtaufnahmen handelt, die irgendwie doof aussehen.
  • Ich betrete die Wohnung eigentlich nie mit Straßenschuhen. Photos in schicken Kleidern mit Hausschuhen sehen aber scheiße aus, ganz ehrlich!
  • Und sowieso müsste es ja eigentlich eher Me Made Dienstag heißen, weil ich es mittwochs morgens vor der Arbeit nicht schaffe, mein Outfit zu photographieren und dazu einen originellen Blogtext zu schreiben. Deshalb bin ich heute wahrscheinlich auch die letzte, die ihren Beitrag verlinkt…

Aber genug der Ausreden, hier also jetzt ein Photo von mir, mit Straßenschuhen in der Wohnung, dank Sommerzeit sogar bei Tageslicht gemacht.

Simplicity 4014

Bei dem Kleid handelt es sich um Simplicity 4014. Schon beim Schnittmuster abzeichnen war mir klar, dass ich da in der Taille was zugeben muss. Aber da es sich um ein Kleid mit Princess-Nähten handelt und die amerikanischen Schnittmuster ja von vornherein 1,5 cm Nahtzugabe haben, hab ich den Oberstoff erstmal nach Schnittmuster zugeschitten und mit der Nähmaschine mit großer Stichlänge zusammen“geheftet“ (ich emanzipiere mich immer mehr von der rigiden Nähschule meiner Oma!!!). Mein einziges Problem war, dass laut Anleitung der Reißverschluss ganz zum Schluss eingenäht werden sollte, ich hatte keine Ahnung, wie das mit der Anprobe ohne fremde Hilfe funktionieren sollte. Netterweise gab es per Twitter ein paar hilfreiche Tipps, schlussendlich hab ich den Reißverschluss aber auch erstmal nur „geheftet“ und dann das Oberkleid anprobiert. Wie erwartet war es in der Taille zu eng, so dass ich an der Stelle die vorderen Princess-Nähte und die Seitennähte jeweils um 0,5 cm nach außen verlegt und somit 4 cm gewonnen habe. Die Anleitung war etwas gewöhnungsbedürftig, denn zuerst sollten die Princess-Nähte des Vorder- und Rückenteils geschlossen werden, dann die Schulternähte und dann das Futter auf die gleiche Weise genäht werden. Das Futter habe ich dann nicht mehr geheftet sondern direkt mit der Overlock nach dem geänderten Schnitt zusammengenäht und gelernt: Flutschiger Futterstoff ist flutschig. Beim nächsten mal werde ich den brav mit Stecknadeln zusammenstecken, mit der Nähmaschine heften und dann mit der Overlock nähen. Denn irgendwie ist mir die untere Stofflage immer ein bisschen weiter unters Messer gerutsch als die obere Lage, die perfekt an der eingezeichneten Nahtlinie genäht wurde. Resultat sind also weniger als 4 cm Mehrweite, das Futter sitzt jetzt etwas knapp, der Oberstoff hingegen fällt schön darüber.

Nachdem also die Princess- und Schulternähte von Ober- und Futterstoff geschlossen sind, soll der Ausschnittbeleg links auf rechts auf das Futter geheftet werden und dann das Futter rechts auf rechts am Hals- und Armausschnitt auf den Oberstoff genäht werden. Die Seitennähte und die hintere Mittelnaht sind dabei noch offen. Leider kann eine den Beleg nicht mehr auf der Nahtzugabe festnähen, wenn schon die Armausschnitte genäht sind. Weiß ich jetzt auch, dass die Anleitung da etwas missverständlich ist. Danach wird das ganze durch die Träger gewendet und dann die Seitennähte vom Ober- und Futterstoff in einem Rutsch geschlossen. Erst dann wird die hintere Naht geschlossen und der Reißverschluss zwischen Oberstoff und Futter eingenäht. Dadurch kann er aber nicht mehr nahtverdeckt eingenäht werden. Oder gibt es da einen Trick?

Neben dem nicht nahtverdeckten Reißverschluss stört mich außerdem, dass eine an der Seitennaht extrem sauber arbeiten muss, damit am Übergang von Futter- zu Oberstoff wirklich Futter auf Futter und Oberstoff auf Oberstoff trifft. Das ist leider nicht so unbedingt meine Stärke. Ich werde das Kleid auf jeden Fall nochmal nähen, aber irgendwie muss ich mir da eine andere Strategie zum zusammennähen ausdenken. Dadurch, dass es ärmellos ist, und die Armausschnitte auch ordentlich versäubert werden müssen, ist das mit dem Futter einnähen vor dem Schließen der Seitennähte schon charmant, aber nunja, das muss doch auch anders gehen, oder?

Mehr tolle selbstgenähte Kleidung gibts hier

Me Made Mittwoch

Puh, ich wage es tatsächlich: Ich mache mit beim Me Made Mittwoch.

grüne BluseDiese Bluse habe ich angefangen zu nähen im Nähkurs in Zürich. Plötzlich war ich schwanger, musste innerhalb von 6 Monaten meine Diss fertig kriegen und hatte außerdem Schiss vor den Knopflöchern. Dann hing diese Bluse über 3 Jahre im Schrank und wartete auf ihre Vollendung. Während der Elternzeit vom 2. Kind habe ich es dann endlich geschafft, passende Knöpfe zu kaufen und mich an die Knopflöcher gewagt (mittlerweile nähe ich auch nicht mehr mit dieser schrottigen Supermarkt-Nähmaschine sondern mit einer Bernina mit Knopflochautomatik, das Knopflochnähen hat also vollumfänglich seinen Schrecken verloren!).

Den Schnitt habe ich von einer gekauften Bluse abgenommen und etwas weiter gemacht. Damals, als ich noch gänzlich unerfahren im Nähen war, habe ich mich voll auf den Rat meiner Stiefschwiegermama verlassen und das Schnittmuster für die Ärmel nicht direkt von der Bluse abgenommen sondern einfach eins von ihren ärmelschnittmustern genommen. Heute weiß ich, dass Armausschnitt und Armkugel irgendwie zusammenpassen müssen… Außerdem würde ich heute auch versuchen, die Empireline an die Stelle zu verlegen, wo sie hingehört, nämlich wirklich ganz unter die Brust. Trotz dieser kleinen Unvollkommenheiten mag ich diese Bluse.

Der Stoff ist von Apropos in Zürich. Ein toller Laden. Eine Lagerhalle voll mit Stoffen! Und mit ein bisschen Glück gibt es da günstige Reststücke zu kaufen, so wie der Stoff für die Bluse. Ich habe ja ein Händchen dafür die richtig tollen Stoffläden immer dann zu entdecken, kurz bevor ich aus der Stadt wegziehe… Oder in Städten, in denen ich gar nicht wohne. Gibts in Köln und Umgebung eigentlich auch noch was jenseits von Karstadt und Stofferia? Irgendeinen coolen Geheimtipp? Sowas wie den Maybachufermarkt in Berlin? Wahrscheinlich nicht…. Und da ich auf absehbare Zeit auch nicht plane, hier weg zu ziehen, muss ich mit so einer Entdeckung wohl noch warten…

Mittwochs muss ich mich ja Büro-tauglich anziehen, da gibts in meinem Kleiderschrank noch nicht allzuviel Selbstgenähtes, mal schauen, ob ich einfach mal ein bisschen schummel und demnächst hier was zeige, was ich am Wochenende getragen habe. Aber ich plane ja durchaus auch noch ein paar Büro-taugliche Sachen für mich zu nähen.