Maultaschen selbermachen?

Als meine Eltern die Einliegerwohnung unseres Hauses an einen Schwaben vermietete, lernte ich Maultaschen kennen. Die brachte er nämlich immer aus seiner Heimat mit und wir waren total wild drauf. In der Rückschau kann ich es gar nicht mehr fassen, dass es in den 1990er Jahren im Siegerland keine Maultaschen gab. Dann lernte ich den Liebsten kennen und der hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wie Maultaschen beschaffen sein müssen, damit sie seinem strengen Qualitätsurteil genügen. Eigentlich gab es nur eine Sorte, die das konnte: die Maultaschen seiner Oma. Und als ich sie das erste mal aß, wusste ich auch, warum. Ich kann zwar auch nach wie vor hier im Supermarkt Maultaschen kaufen und mag sie gerne, aber das ist eher so ein „Ich möchte jetzt schnell und unkompliziert was warmes essen“ Kategorie. Ich mag so gut wie kein Conviencefood, gekaufte Maultaschen sind da eine der wenigen Ausnahmen. Das Originalrezept der Oma vom Liebsten verlangt nach etwas, das sich „Wengertgräs“ nennt. Ein schnittlauchähnliches Kraut, das im Weinberg wächst. Sowas gibts hier nicht, aber es geht zur Not auch mit Schnittlauch 😀 Die Oma des Liebsten war außerdem auch sehr heikel, was den Nudelteig anging, der musste aus einer ganz bestimmten lokalen Nudelfabrik kommen. Auch hier müssen wir in der rheinischen Diaspora leider Kompromisse eingehen und fertige frische Nudelteigplatten aus dem Kühlregal benutzen. Man braucht:

  • 1 kg frische Nudelteigplatten. Wer eine Nudelmaschine hat, macht sie wahrscheinlich am besten selber, wir haben fertigen Nudelteig aus dem Kühlregal gekauft.
  • 500 g Hackfleisch
  • 500 g Fleischbrät (gibt es beim Metzger, oft schon vorportioniert in so Aluschalen als Fleischkäse)
  • 1 sehr fein gehackte Zwiebel
  • 50 g ganz fein gewürfelter Schinken
  • 250 g gehackter Tiefkühlspinat
  • 1 Bund feingehackte glatte Petersilie
  • 1 Ei
  • 2 Bund feingehackter Schnittlauch
  • 3 Brötchen vom Vortag
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Die Brötchen in lauwarmen Wasser einweichen. Die Zwiebeln und den Schinken in einer Pfanne andünsten. Den Spinat auftauen und ausdrücken. Ebenso die eingeweichten Brötchen ausdrücken. Fleisch mit den Brötchen, Zwiebeln, Schinken, Spinat, Kräutern, Ei, Salz, Pfeffer und Muskat in einer Schüssel vermengen.SchwaebischeMaultaschen141207-001 Den Nudelteil portionsweise ausbreiten und die Ränder mit verkleppertem Ei bestreichen. SchwaebischeMaultaschen141207-002

Nun die Fülle auf die Nudelplatte in kleinen Haufen auf der Platte verteilen. Es kommt auf das Format der Nudelplatten an, wie man die Fülle verteilt. Die Teigplatte sollte in 5x10cm große Rechtecke eingeteil werden. Die Fülle dann auf eine Hälfte dieser Rechteck platzieren und rundherum nochmal mit Ei einpinseln. Aus dieser Teigplatte kann man 9 Maultaschen formen. SchwaebischeMaultaschen141207-003Wenn man die Fülle auf der Teigplatte verteilt hat, die Rechtecke zuschneiden, die freie Hälfte über die Fülle schlagen und am Rand überall ganz fest drücken.

SchwaebischeMaultaschen141207-006SchwaebischeMaultaschen141207-0053-5 Maultaschen in einem großen Topf ins leicht simmernde (Fleisch)brühe legen. Auf keinen Fall darf es richtig kochen, das würde die Maultaschen zerreißen. Nun solange warten, bis die Maultaschen oben schwimmen. SchwaebischeMaultaschen141207-009Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser fischen und auf ein Gitterrost legen.SchwaebischeMaultaschen141207-007So nach und nach alle Maultaschen garen. Da das ganze ja doch ein bisschen Aufwand ist, man aber vor allem das Fleischbrät nicht in beliebig kleinen Portionen kaufen kann, wir also immer recht viel Fülle haben, machen wir meistens direkt richtig viele und packen dann immer 6 Stück in einen Gefrierbeutel und frieren sie ein. Convienencefood selbstgemacht sozusagen. Bei Bedarf aus dem Gefrierschrank nehmen, in leise simmernde Brühe legen und so ca 15 min auftauen.SchwaebischeMaultaschen141207-008Aber natürlich essen wir einen Teil auch sofort. Angerichtet werden sie in einem tiefen Teller mit der Brühe und Schnittlauch bestreut.SchwaebischeMaultaschen141207-010Und die schmecken so unglaublich viel besser als alles, was man kaufen kann. Sie sind einfach viel aromatischer, aber vor allem viel fluffiger.

Sommerfest bei Drehumdiebolzens

Als Catherine im Mai erzählte, dass die Frozen Cocktails auf ihrer Party der absolute Renner waren, verspürte ich plötzliche den unbändigen Wunsch, auch mal im Sommer ein Fest zu feiern. Vor meinem geistigen Auge sah ich eine Gartenparty mit Frozen Drinks, Lichterketten in den Bäumen, Bierzeltgarnituren, Planschbecken voller Kölsch und Wasserbomben schmeißende Kinder. Als ich dem Liebsten davon erzählte, war er sofort Feuer und Flamme und fügte diesem Bild noch das i-Tüpfelchen hinzu: Einen fahrbaren Pizzaofen, der vor dem Haus steht und aus dem unsere Gäste von den Jungs und Mädels vom Pizzaprinzip mit frischer Pizza versorgt werden.

Also googlete ich nach Verleihern, die solche Frozen Drink Maschinen (auch Slush Ice Maschine genannt, nur für den Fall, dass ihr nun auch alle diesen Drang nach einem Sommerfest verspürt :D) vermieten und nach Rezepten für Cocktails aus einer ebensolchen Maschine. Letzeres erwies sich als nicht so einfach. Denn im Prinzip sollen diese Maschinen nur in Verbindung mit so fertigen Sirups befüllt werden. Aber das hätte sowohl an meiner Berufsehre als auch an meiner Ehre als Selbermacherin gekratzt. Ich gebe zu, der Phasenübergang Flüssig -> Fest ist jetzt nicht gerade meine Kernkompetenz, ich bewege mich ja eher so im Bereich Gas-Flüssig-Trennung, aber ganz ahnungslos bin ich da ja trotzdem nicht! Mir war klar, dass der Zuckergehalt entscheidend darüber ist, ob man die Maschine kaputt macht oder herrlich sulziges Wassereis produziert (Ja, auch der Alkohol hat einen gewissen Einfluss, aber deutlich weniger als der Zucker). Aber da nichts über die Temperatur herauszufinden war, auf die diese Maschinen die Masse runterkühlen, konnte ich auch nicht einfach selber ausrechnen, wieviel Zucker ich hinzufügen musste. Aber bei der Wikipedia wurde ich schlussendlich fündig, dass es 12-22 % Zucker braucht, damit der Gefrierpunkt hinreichend erniedrigt wird. Jetzt wusste ich also, wieviel Zucker ich meinem wie auch immer gearteten Cocktail zufügen musste. Blieb also nur noch die Rezeptentwicklung. Dafür machte ich dann wissenschaftlich einwandfreie Versuchsreihen.2014-06-16 22.26.26Allerdings wollte ich auch gerne eine alkoholfreie Variante anbieten. Und je mehr ich drüber nachdachte, desto mehr gelangte ich zu der Einsicht, dass die zahlreich eingeladenen Kinder wohl eher auf Erdbeer als auf Limette-Minze abfahren würden. Also entschied ich mich für Erdbeer-Zitrone ohne und Limette-Minze mit Alkohol.

Der Zucker muss selbstverständlich im Wasser gelöst sein, um den oben beschriebenen Effekt der Gefrierpunktserniedrigung herbeiführen zu können. Also bereitete ich ziemlich große Mengen Läuterzucker zu. Außerdem plünderte ich den Strauch Marokkanischer Minze auf unserem Balkon und legte diese in einem Teil des Zuckersirups ein, so dass daraus Minzsirup entstand.

Minzsirup

1 kg Zucker

1 kg Wasser

jede Menge frische Minze

Den Zucker mit dem Wasser aufkochen, die Minze in den heißen, gerade nicht mehr kochenden Sirup legen. 1 Tag durchziehen lassen. Minze wieder herausnehmen, Sirup durch ein Sieb gießen, nochmals aufkochen lassen und in sterilsierte Flaschen abfüllen.

Limette-Minz-Cocktail mit Alkohol

jetzt musste ich ein wenig rechnen. Ich wusste, dass die einzelnen Kammern der Frozen-Drink-Maschine 10 Liter Inhalt hatten. Der Einfachheit halber beschloss ich, dass 10 Liter gleich 10 kg sind (ja, ich weiß, bei 12-22 Gewichts-% Zucker und außerdem Alkohl ist das alles nicht mehr so, aber in Anbetracht der Messgenauigkeit der mir zur Verfügung stehenden Messinstrumente ist diese Vereinfachung legitim, trust me!). Allzu süß sollte das ganze nicht werden, aber ich wollte auch ein bisschen Abstand zur untere Grenze des Zuckergehalts haben, weil wegen Messungenauigkeit, vereinfachte Annahmen und so. Wir nennen das Sicherheitszuschlag. Also beschloss ich, 15 % Zuckergehalt anzustreben. Also mussten 1,5 kg Zucker in die Mischung. Der Sirup hatte einen Zuckergehalt von 50 Gewichts-%, also mussten 3 kg Minzsirup rein. Die nächste Frage war: Wieviel Alkohl? Ich entschied mich, mal so 10 Vol-% anzustreben (ja, auch hier: Ich weiß, Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, also ist das dann alles ein bisschen anders, aber ob es nun 10 Vol-% oder 9,5 Vol-% sind, who cares?). Wenn ich 10 Liter Cocktail mit einem Alkoholgehalt von 10 Vol-% haben möchte, heißt das also, ich brauche 1 l reinen Alkohol (Der wäre aber unverhältnismäßig teuer bzw auf legalem Wege auch sehr schwer beschaffbar). Da ich keinen Rum mag, nahm ich Pitu als Alkoholquelle. Der enthält laut Etikett 40 Vol-% Alkohol (hm, bei welcher Temperatur?). Es mussten also 2,5 Liter Pitu in die Mischung. Da ich 2x 0,7 und 1x 1 Liter kaufte, waren es schlussendlich nur 960 ml Alkohol. Jetzt musste noch der Geschmack abgestimmt werden. Also kippte ich eine Flasche Limettensaft nach der anderen in die Mischung, aber es brauchte insgesamt 4x 0,75 Liter Limettensaft, bis es nicht mehr pappsüß schmeckte. Den Rest füllte ich mit Wasser auf, gab noch eine gute Handvoll ganz fein gehackte Minze hinzu und stellte die Frozen Drink Maschine an.

tl;dr

3 kg Minzsirup

2,4 Liter Pitu

3 Liter Limettensaft

auf 10 Liter mit Wasser auffüllen

1 gute Handvoll feingehackte Minze

Erdbeer-Zitronen-Cocktail (ohne Alkohol)

Weitere Recherchen ergaben, dass Erdbeeren von sich aus einen Zuckergehalt von um die 12 Gew-% haben. Die Erdbeeren kauften wir bereits im Juni, als sie so richtig schön süß und aromatisch waren. Wir pürierten 2,5 kg Erdbeeren, füllten das Pürree in Gefrierdosen und bewahrten sie im Tiefkühlschrank auf. Am Freitag abend nahmen wir sie wieder aus dem Tiefkühlschrank, nur um sie am Samstag wieder einzufrieren. Energieeffizient geht anders, ähem…

Die verbleibenden 7,5 kg der Mischung brauchten jetzt also auch wieder einen Zuckergehalt von 15 Gew-%. Also 1,125 kg Zucker oder aber auch 2,25 kg Sirup. Und weil das ja das Kindergetränk werden sollte, kam hier auch nur 1 Flasche (750 ml) Zitronensaft rein. Den Rest wieder mit Wasser auf 10 Liter aufgefüllt.

tl;dr

2,5 kg pürrierte Erdbeeren

2,25 kg Zuckersirup (50 Gew-%)

750 ml Zitronensaft

auf 10 Liter mit Wasser auffüllen

Schon bevor die Party überhaupt losging, hatten wir auf die Weise schon jede Menge Leergut produziert

2014-08-23 13.45.13Beide Mischungen brauchten dann ca 2 Stunden, bis sie eine richtig schön sulzige Konsistenz entwickelten. _DSC1618Und ich sag euch, beide Drinks waren saulecker und auch toll miteinander mischbar! Ein voller Erfolg! 20 Liter Cocktails wurden von 38 Erwachsenen und ner ganzen Menge Kindern restlos weggetrunken! (Dass wir noch ca 2,5 Kisten Bier von 3 übrig haben, darüber hüllen wir hier ganz dezent den Mantel des Schweigens… Und auch andere Getränke haben sich wahrscheinlich etwas wenig beachtet gefühlt, kamen aber zum Einsatz, als die Frozen Drinks alle waren)_DSC1619Die andere Attraktion des Abends waren die frischgebackenen Pizzas vom Pizzaprinzip. Um 15 Uhr kam das 3-köpfige Team und feuerte den fahrbaren Steinofen mit Buchenholz an2014-08-23 15.30.51 und ab ca. 17 Uhr begann dann der Spaß mit Pizza Bianca (hachdünn ausgerollter Pizzateig mit Olivenöl bestrichen und mit Salz und Rosmarin bestreut), gefolgt von Margharita, Salami, Cipolla Piccantina, Salsicce, Napoli und zum Nachtisch gabs dann Pizza Nutella! Ja, das schmeckt und es wurde von mehreren anwesenden Italienerinnen bestätigt, dass das kein Frevel sei (und Italienerinnen können sehr dogmatisch in Bezug auf italienisches Essen sein!). Da wir das Gartenfest ja leider aufgrund der herbstlichen Witterung spontan zum Wohnungsfest umgemodelt hatten, wurde uns die Pizza sogar von unten, wo der Ofen auf der Straße stand, nach oben in den 1. Stock gebracht. Jede konnte sich am herumgetragenen Teller so viel bedienen, wie sie wollte und es wurde laufend Nachschub geliefert. Und wirklich jede Pizza war geschmacklich grandios! Tolles Konzept, dieses PizzaPrinzip. Ganz klare Empfehlung, falls ihr im Raum Köln/Bonn wohnt und mal ein etwas anderes Catering für eure Party wollt.

Dank der tollen Gäste, die durch sehr leckere mitgebrachte Salate, Desserts und Kuchen auch noch zur totalen Überfütterung beitrugen hatten wir ein wunderschönes, sehr entspanntes und mit minimalem Arbeitsaufwand vorbereitetes Sommerfest im herbstlichen August (nie wieder plane ich ein Draußenfest im August, auf unserer Hochzeitsfeier 2010 war es auch schon ziemlich frisch und feucht).

Weihnachtsessen

Seit ein paar Monaten bekommen wir ja nun alle zwei Wochen die Gemüsekiste vom Biolandhof Apfelbacher. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit der Qualität des Gemüses, vor allem die Frische des Salates haut mich immer wieder um. Aber auch ansonsten freue ich mich immer total auf die Kiste, weil sie einfach Abwechslung in unseren Speiseplan bringt.

Für Weihnachten war es außerdem äußerst praktisch, dass man den Inhalt der Kiste beliebig (nach saisonaler Verfügbarkeit, selbstverständlich) verändern kann. Wobei der Inhalt der vorgeschlagenen Kiste bereits ziemlich genau das enthielt, was wir sowieso haben wollten. Allerdings mussten zum einen teilweise die Mengen angepasst werden, da wir für deutlich mehr Personen kochen wollten, zum anderen brauchten wir auch noch ein paar andere Sachen. Aber dadurch war es möglich, sogar die Lebensmitteleinkäufe für Weihnachten mit dem Fahrrad zu erledigen.

Außerdem haben wir es endlich mal geschafft, meinem Bruder, der hauptberuflicher Schafzüchter ist, ein halbes Lamm abzukaufen. Bisher scheiterte dieses Vorhaben immer daran, dass wir aufgrund der weiten Entfernung das Fleisch nicht vernünftig gekühlt bis zu unserem Gefrierschrank transportiert bekommen haben. Da wir ja jetzt nur noch 80 km weit weg wohnen, war es nun also endlich soweit.

Das alles führte dazu, dass große Teile des Weihnachtsessens dieses Jahr aus regionalem ökologischen Anbau kam. Ich gebe zu, bei der Vorspeise und dem Nachtisch für Heiligabend habe ich mich dazu hinreißen lassen, auch einige Südfrüchte zu verwenden.

Am allerbesten hat mir ja das Menü am Heiligabend geschmeckt, was ich nicht erwartet hätte, da ich eigentlich mehr Energie in das Essen am 2. Weihnachtstag investiert habe, aber manchmal sind die ganz einfachen Sachen dann doch die besseren.

Vorspeise: Salat „Olpe“ (ein Rezept von Alfred Biolek, der diesen Salat das erste Mal in Olpe gegessen hat, daher der Name…)

1 große rote Paprikaschote
1 große Orangen
1 große Rosa Grapefruit
1 Granatapfel
3 EL Himbeeressig
7 EL Walnussöl
1 große Fenchelknolle
1 großer säuerlicher Apfel

Im Originalrezept steht, dass man das Obst und Gemüse in Ringe bzw. Scheiben schneiden und auf einer Platte anrichten soll. Sieht zwar fancy aus, ist aber echt unpraktisch beim Essen und ich finde es total lästig, wenn ich mein Essen „bezähmen“ muss. Deshalb sind wir dazu übergegangen, das Zeugs in mundgerechte Stücke zu schneidenzerbrochener Granatapfel und in einer ordinären Salatschüssel anzurichten. Aus dem Essig, dem Öl, Salz und Peffer eine Vinaigrette machen, darübergießen, alles umrühren und fertig.

Hauptspeise: Lammschulter „Wellington“

1 kleine Lammschulter (~1 kg)
etwas Salz
etwas Pfeffer
1 kg Kartoffeln, längs geviertelt
2 Dosen geschälte Tomaten
1 EL Aceto Balsamico
2 EL Olivenöl
1 Knolle (sic!) Knoblauch, gepresst
2 TL Anchovis – Paste
1 Bund Basilikum

Die Tomaten in ein Sieb gießen und abtropfen lassen. Die Lammschulter in eine große, ofenfeste Form legen und salzen. Um das Fleisch herum Tomaten und Kartoffeln drapieren, mit Balsamico-Essig und Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen.
Backofen auf 190 Grad (Ober/Unterhitze) vorheizen.
Den Braten in den Backofen schieben und etwa eineinhalb Stunden garen. Lammschulter Wellington und Ofenkartoffeln im BackofenAb und zu mit dem Bratensaft begießen, der aus dem Fleisch austritt.
Den gepressten Knoblauch und die Anchovispaste miteinander verrühren. Nach  1 Stunde Garzeit diese Mischung auf der Oberseite des Bratens
verstreichen und mit Pfeffer würzen. Daraus entsteht eine Kruste.
Vor dem Servieren den Braten fünfzehn Minuten ruhen lassen, dann mit frischen Basilikum-Blättchen bestreuen.gedeckter Tisch mit Weihnachtsdeko
Tipp:
Die Garzeit richtet sich nach dem Gewicht des Bratens, ca. 25 Minuten pro 500 g Fleisch plus 25 Minuten.

Unsere Auflaufform war etwas zu klein, um wirklich alle Kartoffeln darin unterzubringen. Also habe ich einen Teil der Kartoffeln in eine Extraform getan, mit Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Kümmel, Salz und Pfeffer gewürzt und neben die andere Form in den Ofen gestellt.

Im Sommer, wenn es aromatische Tomaten gibt, kann man das ganze natürlich auch mit frischen Tomaten zubereiten, aber im Winter sind Dosentomaten definitiv die bessere Alternative.

Nachtisch: Schoko-Fruchtspieße

Obst, das man gerne mag, in Stücke schneiden, aufspießen. Schokolade hacken, 2/3 der Schokolade über dem Wasserbad schmelzen (max. 40°C, ein Thermometer ist eigentlich unverzichtbar, wenn man ein ansehnliches Ergebnis erzielen möchte). Dann die Schüssel vom Wasserbad nehmen, die restlichen Schokostückchen unterrühren und die geschmolzene Schokolade in kaltem Wasser auf 28°C abkühlen. Danach das ganze wieder auf 33°C aufwärmen und die Spieße in die flüssige Schokolade tauchen und abtropfen lassen. Wir haben die Spieße dann auf ein Abtropfgitter gelegt, SChoko-Fruchtspieße auf dem Abtropfgitterallerdings war es relativ schwierig, die da unbeschadet wieder runter zu bekommen, weil die Schokolade lieber am Gitter als an den Früchten haften geblieben ist. Lecker waren sie trotzdem und sogar meine kalorienbewussten Schwiegereltern fanden sie gut. Und der Aufwand mit dem Schokolade-Schmelzen lohnt sich, weil die Schokolade so nämlich schön glänzend wird.

Kochbücher, die II.

Nicht nur die Bilder in Kochbüchern sind manchmal irreführend, sondern auch die Rezepte an sich.

In der Gemüsekiste war letzte Woche Fenchel. Und weil ich mal was anderes damit machen wollte als den megatollleckeren Fenchelsalat mit Orange und Banane, habe ich mich von meiner Mama inspririeren lassen und glasierten Fenchel gemacht:

Das geht ganz einfach: Fenchel längs in 5 mm dicke Scheiben schneiden, etwas Butter und Puderzucker in einer Pfanne schmelzen und den Fenchel von beiden Seiten 2 Minuten glasieren. Anschließend warm stellen.

Dazu sollte es Lachsfilet nach der Niedrigtemperaturmethode gegart geben. Ich Trottelchen hatte allerdings vergessen, den tiefgefrorenen Lachs aufzutauen. Aber das konnte der ja auch bei 70 Grad Celsius im Backofen, oder? Also den Lachs mit Limettensaft beträufelt, gesalzen und hauchdünne Butterscheiben auf dem Lachs verteilt. Dass die angegebene Zeit im Rezept nicht stimmen konnte, war mir ja klar, schließlich musste der Lachs nicht von Raumtemperatur auf 70 Grad erwärmt werden, sondern von -18 Grad. Wobei im Rezept eine sehr exakte Zeitangabe gemacht wurde (25 min), aber mit keinem Wort erwähnt wurde, wie warm (bzw. kalt) der Lachs war, als er in den Ofen kam. Und da können ein paar Grad Unterschied die Garzeit enorm verlängern, kann ich euch sagen. Wir haben geschlagene 2 Stunden gewartet, bis der Lachs eine Kerntemperatur von 70 Grad hatte und damit nicht mehr im Sushi-Zustand war.

Kontrolliert haben wir die Kerntemperatur mit diesem tollen Thermometer, was für das Niedrigtemperaturgaren unerlässlich ist, wie wir wieder einmal festgestellt haben, da Garzeitangaben wirklich nur als ganz grobe Anhaltswerte verstanden werden können…

Aber das Warten hat sich gelohnt, der Lachs hat wirklich ganz vorzüglich geschmeckt und ich bin durchaus gewillt, diese Niedrigtemperaturgarmethode auch nochmal auf Fleisch anzuwenden, aber da muss ich ganz ganz viel Zeit haben!

Dazu gab es dann noch Spaghetti mit einer Limetten-Sahne-Sauce. Einen Becher Sahne erwärmen, ein Eigelb unterschlagen, wenn die Sahne kocht. Das ganze etwas abkühlen lassen (es darf auf keinen Fall mehr kochen!!!) und den Saft einer ausgepressten Limette hinzugeben. Mit etwas Instant-Gemüsebrühe würzen.

Falls jemand Vorschläge hat, was man aus einem Kürbis noch alles machen kann außer ihn süß-sauer einkochen oder eine Halloween-Laterne

schnitzen, immer her damit, am Donnerstag ist wieder ein Hokaido-Kürbis in der Gemüsekiste.

Bilder in Kochbüchern

Warum sehen die Gerichte, die in Kochbüchern abgebildet werden, eigentlich nie nie niemals so aus wie das, was man selbst gekocht hat, auch wenn man sich sklavisch an die Anweisungen hält?

Ich habe den Kürbis, der vor 3 Wochen in unserer Gemüsekiste war, nach folgendem Kochbuchrezept (Fleischlos kochen. Die neue große Schule) süß-sauer eingekocht:

Orangenkürbis

  • 1 kg reines Kürbisfleisch
  • 500 g Zucker
  • 1/4 l Weißweinessig
  • 50 ml Aceto Balsamico
  • 200 ml Orangensaft
  • abgeriebene Schale von 2 Orangen
  • 2 Gewürznelken
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 EL geriebene Ingwerwurzel
  1. Kürbisfleisch in 3 cm große Würfel schneiden
  2. Die übrigen Zutaten  zum Kochen bringen und über die Kürbisstücke gießen und 24 Stunden marinieren
  3. Dann alles miteinander aufkochen und bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln lassen (ich hab den Hokaido-Kürbis mit Schale verarbeitet, deshalb musste er etwas länger kochen), bis die Kürbisstücke glasig werden.
  4. Sofort in ausgekochte Twist-off Gläser füllen und fest verschließen.

Der aufmerksamem Leserin/dem aufmerksamen Leser ist vielleicht bei der Zutatenliste aufgefallen, dass da 50 ml Aceto Balsamico rein sollen. Wenn man sich das Foto aus dem Kochbuch (s.o.) so anschaut, dann fragt man sich schon, warum der Sud dann so hell ist. Und meine Vermutung bestätigte sich dann auch, mein Orangenkürbis sieht so aus:

Auch wenn er nicht so appetitlich aussieht wie im Kochbuch, schmecken tut er!

Jetzt warten allerdings erstmal noch 3 Fenchelknollen und 2 Porreestangen darauf, verarbeitet zu werden.Es war wirklich eine kluge Entscheidung, das Abo im 2-Wochen Rhythmus zu bestellen, denn ansonsten kämen wir gar nicht nach mit Essen, da wir ja nur am Wochenende kochen und unter der Woche in der Kantine bzw. KiTa essen.

Was tun mit all dem Gemüse?

Wir haben seit einiger Zeit wieder ein Gemüseabo. Diesmal kommt es vom Biolandhof Apfelbacher. Was ich ja an diesen Kisten mag ist, dass es saisonales Gemüse gibt und man immer wieder unbekanntes Gemüse drin hat. Ohne das Gemüseabo wäre ich nie auf den Geschmack von Pastinake gekommen und hätte wahrscheinlich nie diese Koteletts mit Pastinake und Birne ausprobiert.

Diese Woche gab es u.a. Mangold. Kannte ich schon, allerdings hab ich den, soweit ich mich erinnere, noch nie im Supermarkt gekauft. Meine Oma hat den immer so verarbeitet wie Spinat und das war irgendwie nicht das richtige für dieses Gemüse. Vor vier Wochen hatten wir bereits schonmal Mangold in der Kiste, da haben wir Mangold-Grünkern-Röllchen daraus gemacht. War allerdings ziemlich aufwändig und haben wir nur deshalb gemacht, weil der kleine Mensch bei seiner Oma war, wir also etwas mehr Zeit und Muße zum Kochen hatten. Diesmal sollte es was deutlich einfacheres geben als Beilage zum Hirschgulasch, welches meine Schwiegermutter gekocht hat. Gratinierter Mangold ist super simpel und suuuuuuper lecker!!!

Gratinierter Mangold

  • 700 g Mangold (soviel war in der Kiste drin)
  • 1 Knoblauchzehe
  • eine Handvoll Pinienkerne
  • ein Schluck Sahne
  • 200 g Le Gruyère (rezent oder surchoix)
  • Butter
  1. Mangold waschen und sowohl die Stiele als auch die Blätter in Streifen schneiden.
  2. Die Stiele in Butter 5 min andünsten, dann die Blätter und den Knoblauch zufügen, weitere 5 min andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Die Pinienkerne leicht rösten.
  4. Mangold und Pinienkerne in eine Auflaufform geben, einen Schluck Sahne darüber gießen, mit geriebenem Käse bestreuen und für 30 min bei 200 °C in den Backofen.