12.08.08 Þórsmörk – Fimmvörðuskáli

Nachdem der Liebste die halbe Nacht nicht schlafen konnte, weil es am regnen war und er befürchtete, dass wir nicht zum Pass hoch könnten, halfen nur noch Oropax, um ihm ein wenig Schlaf zu verpassen.
Wir hatten uns darauf geeinigt, um 5:30 Uhr mal zu schauen, wie das Wetter so aussieht und entweder noch ein wenig zu schlafen und abwarten, ob es besser wird oder aufstehen und das gute Wetter nutzen. Um 5:30 Uhr war es noch ziemlich wolkenverhangen, aber um 6 Uhr sah es dann ziemlich gut aus, so dass wir wir um 7:45 Uhr starteten. Zuerst ging es ein wenig flussabwärts bis zur Fußgängerbrücke über die Krossá und dann im Flussbett flussaufwärts nach Básar. Dort wollten wir und ordnungsgemäß „anmelden“, dass wir auf dem Weg nach Fimmvörðuskáli sind, aber die verschlafene/noch besoffene Hüttenwartin dort interessierte sich nicht wirklich dafür. Der erste steile Aufstieg durch einen Birkenwald führte uns zum Kattarhryggur (Katzenrücken), einem ziemlich ausgesetzten Grat, von dem aus man einen tollen Blick Richtung Strákagil hatte.

In Foldir angekommen, hatten wir einen tollen Ausblick über das westliche Goðaland bis hin zum Mýrdalsjökull.
Da wir aber noch einige Höhenmeter vor uns hatten, ging es über eine steile Flanke zum Heiðarhorn, danach wurde uns eine Verschnaufpause gegönnt, da der Weg topfeben über Morinsheiði weiterging. Der Höllenkamm (Heljakambur) war gar nicht so schlimm, wie von allen beschrieben, aber der dann folgende Aufstieg über den Brattafönn hatte es nochmal gewaltig in sich. Danach ging es noch ein wenig auf und ab, der in der Karte eingezeichnete See, an den der Liebste sich auch noch sehr deutlich erinnerte, ist so gut wie weg.

Kurz nach 12 Uhr erreichten wir dann die Hütte Fimmvörðuskáli, wo wir sehr freundlich von einem Bremer Renter empfangen wurden, der hier im August der Hüttenwart ist.

Mittlerweile war wieder das schon die letzten 2 Tage zu beobachtende Wetterphänomen eingetrete, nämlich nach einem sonnigen Morgen zog gegen Mittag mal wieder Nebel über den Pass, der auch von (Eis-)Regen begleitet war, so dass wir es uns in der Hütte gemütlich machten. So gegen 18 Uhr wurde das Wetter etwas besser und wir gingen nochmal nach draußen. Da aber Abendessen gewünscht wurde, machten wir nur einen kurzen Spaziergang. Nach dem Essen und Abwaschen machten wir uns dann nochmal auf und liefen eine Mittelmoräne des Eyjafjallajökull entlang bis zum Gletscher, der sich ziemlich weit zurückgezogen hat verglichen mit vor 13 Jahren. Der einziehende Nebel wurde immer dichter und wenn es nicht nur genau den einen Weg über die Moräne zurückgegeben hätte, hätte mich das sehr beunruhigd.
Als wir wieder in der Hütte waren, klarte es wieder auf und man konnte bis zum Meer bei Skogar sehen.
Mittlerweile wird es hier nachts auch wieder richtig dunkel, so dass ich diese Zeilen bei Kerzenschein schreibe.

11.08.08 Þórsmörk

Nach einer ziemlich kalten Nacht sind wir wieder recht zeitig aufgewacht, haben dann aber erst noch die wärmedne Sonnenstrahlen auf das Zelt genossen, bevor wir um 7:30 Uhr aufgestanden sind. So gegen kurz nach 9 sind wir dann losgegangen, zuerst nochmal auf den Valahnúkur, da bei strahlend blauem Himmel die Aussicht bestimmt noch toller ist als bei dem trüben Wetter gestern nachmittag. Und das war sie dann auch.

Und diesmal fanden wir dann auch die Abstiegsroute, die uns mehr oder weniger direkt zur Brücke über die Krossá führte. Zuerst war der Plan, nach Básar rüber zu laufen, aber das wäre schon ein Stück Gelatsche durch das Flussbett geworden und wir hätten den gleichen Weg wieder zurück gemusst und morgen dann wieder laufen müssen, das erschien mir dann doch wenig attraktiv. Also entschieden wir uns, auf der nördlichen Seite der Krossá ein wenig zu wandern. Im Flussbett gingen wir ein ganzes Stück flussaufwärts bis zum Storiendi, dem wir dann bachaufwärts durch einen Birkenwald folgten. Der Weg wurde immer steiler und ging im Prinzip strack den Berg rauf.

Aber von oben hatte man eine wirklich tolle Ausblick, da wir noch höher waren als auf dem Valahnúkur. Den Rückweg machten wir dann über den Höhenzug, wo sich dann auch noch tolle Blicke über Almenningar auftaten,

und wir dann auch Teile des Weges sehen konnten, auf dem wir vorgestern hergekommen sind. Der Weg war teilweise ganz schön ausgesetztm aber auch echt schön und glücklicherweise ging es nicht ganz so steil abwärts, wie es aufwärts ging.

10.08.08 Þórsmörk

Heute ist Ruhetag angesagt. Da wir ja einen Tag schneller waren als geplant, haben wir sogar morgen noch einen Tag Pause. Deshalb haben wir es heute morgen mal ganz ruhig angehen lassen, haben lange geschlafen ( bis kurz nach 8, dass ich das mal aus ausschlafen bezeichnen würde, konnte ich mir in mitteleuropäischen Breitengranden NIE vorstellen!), danach mal wieder heiß geduscht und einen Teil der Wäsche gewaschen (leider mit kaltem Wasser, weshalb noch immer alles ein wenig muffelt). Das Frühstück in der Sonne haben wir ausgiebigst genossen und auch danach haben wir einfach nur in der Sonne gesessen, den Tagebucheitrag für gestern nachgeholt und uns von einer Isländerin noch ein paar Tipps geben lassen, was man in den 2 Tagen, die wir noch nicht ganz verplant haben, noch machen könnten. Dabei gabs dann auch noch ein paar Lektionen in isländischer Aussprache. Das Mittagessen war diesmal ein richtiges Highlight, geröstetes Toastbrot mit Marmelade oder Schmierkäse. Danach fing es dann an zu regnen, so dass wir schnell mal unsere fast trockene Wäsche zusammensammelten und ins Zelt flüchteten. Als es wieder aufgehört hatte zu regnen, haben wir uns dann auf den Weg zum Valahnúkur gemacht, von dem aus man eine tolle Aussicht über Þórsmörk, Goðaland, Mýrdalsjökull, Eyafjallajökull, Markafljótsárar und Almenningar hatte.

Eigentlich wollten wir auch noch über die Fußgängerbrücke über die Krossá in Richtung Básar gehen, aber verschiedenste Widrigkeiten machten den Plan zunichte.
Wie es scheint, ist das Wetter vormittags schöner als nachmittags, deshalb sollten wir versuchen, morgen etwas früher loszukommen und nachmittags dann die Sauna in Húsadalur zu nutzen.

09.08.08 Emstrur – Þórsmörk (Langidalur)

Morgens war es so kalt und windig, dass wir die Vorstellung, dort draußen Wasser heiß zu machen, nicht sehr verlockend fanden. Obwohl der Zeltplatz eigentlich sehr geschützt aussah, zog es wie Hechtsupe durch die kleine Schlucht. Der Freund war aber hart genug (oder koffeinsüchtig genug?), dass er sich an der Hütte ein etwas geschütztes Plätzchen suchte und dort Wasser für seinen Kaffee warm machte.
Durch das ungemütliche Frühstück im Zelt kamen wir etwa 30 Minuten früher los als sonst.
Zuerst ging es noch etwas weiter durch die schwarze Sandwüste bis wir an die Schlucht des Markafljót kamen, wo ein Teil des Abstiegs über ein Fixseil ging.

Über den Fluss führte dann aber eine Brücke.
Der Weg ging etwa 100 m neben der Schlucht über ein Lavafeld, bevor es dann ziemlich steil bergauf endgültig aus der Schlucht hinaus ging. Nach dem Aufstieg bogen wir dann nach rechts vom Weg ab, um noch einen Blick auf den Zusammenfluss von Markafljót und Fremri-Emstruá in 100 m Tiefe zu werfen.
In den kleinen Nebenschluchten gab es mal wieder interessante Basaltrosetten zu bewundern.

Viele kleine Nebenbäche galt es zu überqueren, was das schon bekannte auf und ab bedeutete, so dass man gar nicht das Gefühl hatte, an Höhe zu verlieren. Relativ lange begleitete uns der Anblick des Einhyrningur, welcher eigentlich 2 Hörner hat.

Den Fluss Ljásá überquerten wir auf einer schmalen Holzbrücke, die über die sehr tiefe, mit Birken bewachsene Schlucht führte. Über den Hügel Kápa, wo uns der Regen endgültig einholte, obwohl über uns blauer Himmel war, ging es Richtung þröngá. Der Wind blies so stark aus Nordosten, dass die dunklen Regenwolken über den nördlichen Ausläufern des Mýrdalsjökull ihre Tropfen bis zu uns herüberschickten, was tolle Regenbögen verursachte.

Nun endlich hatten wir seit 2 Tagen wieder Handy-Empfang und beim Abstieg zur þröngá erhielten wir die langersehnte Nachricht, dass die Herz-OP meiner Oma gut verlaufen ist, was zur allseitigen Erleichterung führte.
Das Furten der þröngá stellte sich als wesentlich unproblematischer heraus, als von allen Seiten beschrieben, was aber einfach nur bedeutet, dass wir Glück hatten!

Nun mussten nur noch 2 birkenbewachsene Hügelzüge überquert werden, wo mein Hunger immer größer wurde, aber mein Rufen nach Pause vom Freund ignoriert wurde, schließlich seien wir ja gleich da. Da wir den ganzen Tag schon sehr zügig unterwegs waren, verlangte mein Körper nach Körner, die er nicht bekam. In Langidalur angekommen, war ich schon so unterzuckert, dass jeder Windzug mich noch mehr frieren ließ, da ich nass geschwitzt war. Dementsprechend mühsam war das Zeltaufbauen und das vom Freund gekaufte Snickers hat dann sehr geholfen, mich wieder fitt zu bekommen.
Zeltplatz Langidalur
800 ISK p.P.
warme Dusche 400 ISK
WC, kaltes Wasser
kaum gerade Zeltplätze
schön gelegen
recht viel Verkehr (am Wochenende) von durchgeknallten SUV- und Geländewagen- Fahrern
kleiner Shop mit Keksen, Brot, Marmelade, Schmierkäse, Fertigsuppe, Gaskartuschen, Reinbenzin, Duschgel,…

08.08.08 Álftavatn – Emstrur

Nach einer erstaunlich guten Nacht im Massenlager sind wir gegen 7 Uhr aufgestanden und haben gefrühstückt. Das Wetter sah sehr vielversprechend aus, am Horizont konnte man sogar soetwas wie blauen Himmer erahnen.

Nachdem wir hoffentlich all unseren Kram wieder eingepackt hatten, teilweise noch recht feucht, stiegen wir in unsere feuchten Schuhe und machten uns gegen 8:30 Uhr auf den Weg.
Über einen Höhenzug ging es zum Ivatthálskvisl, wo die erste Furt des Tages auf uns wartete. Da es diemal von oben trocken war, war das Furten kein Problem, als die Füße wieder spürbar waren, war es fast angenehm.
Danach ging es durch mehrere Täler immer wieder rauf und runter, bis wir zur Hvangil-Hütte kamen. Da mein Rucksack noch immer stetig tropfte, untersuchten ich das mal genauer und stellte fest, dass das Platypus-Trinksystem Big Zip II undicht war, was wir ja schon die ganze Zeit geahnt hatten (sowohl der angeblich bombenfeste Zipverschluss als auch der Schlauchanschluss am Beutel als auch die Verbindung von Trinkventil und Schlauch tropften, was das Zeug hielt. Gekauft hatte der Liebste das Ding bei Globetrotter, die es aber scheinbar wieder aus dem Sortiment genommen haben – aus gutem Grund).
Über Kaldaklovskvisl gings über eine riesige Fußgängerbrücke, gleich danach kam Bláfjallakvisl, welchen wir durchwateten,

im Gegensatz zu den beiden Belgiern, die uns kurz vorher überholt hatten und ein Begleitfahrzeug einer Fahrradgruppe nutzten, um auf den Trittbrettern über den Fluss gefahren zu werden.

Durch die schwarze Sandwüste Emstrur, eine riesige weite Fläche eingerahmt von Palagonithügeln, bewachsen mit knallgrünen Moosen, führte unser Weg weiter. Im Abstand von mehreren Metern wuchsen immer wieder kleine Büschel von Engelwurz.

Immer mal wieder blitzten zwischen den grün-schwarzen Hügeln die weißen Eisflächen des Mýrdalsjökull durch.
Nach einer 30 minütigen Mittagspause in einer windgeschützten Mulde ging es ca. 1 Stunde weiter durch die schwarze Wüste, bis wir an eine Kante kamen und links um die Ecke die Hütte Emstrur/Botnar entdeckten.

Der Zeltplatz liegt total schön, wenn auch nicht so windgeschützt wie die Hütte, direkt an einem Bachlauf.
Falls man sich noch fitt genug fühlt, kann man sich noch die Schlucht Markafljótsgljúfur anschauen, die durch einen 1-stündigen Rundweg von der Hütte aus erreichbar ist, was der Freund und Mama noch gemacht haben, ich mir aufgrund meiner Knie- und Fußschmerzen gespart habe und der Liebste hat mir netterweise Gesellschaft geleistet.

Zeltplatz Emstrur:
800 ISK p.P.
liegt sehr schön an einem Bach
Sanitäreinrichtungen leidlich sauber
kaltes Wasser, WC, Duschen

07.08.08 Landmannalaugar – Álftavatn

Um 6 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, Zelt eingepackt und um 8 Uhr losgelaufen.

Da wir von Steffi und Matthias wussten, dass es in Hrafntinusker nur 7 gute, windgeschützte Zeltplätze gibt, hatten wir es etwas eilig. Der Aufstieg ging zuerst durch ein Obsidian-Lava-Feld, das unglaublich geglitzert hat an den Stellen, wo der Obsidian gebrochen ist. Brennisteinsalda, ein Solfataren-Feld war mal wieder total bunt und hat gestunken.
Auf einem Höhenzug entlang, relativ gleichmäßig, immer mal wieder ein wenig auf und ab.
Bei Störihver war der Liebste überglücklich, die Waschmaschine wiedergefunden zu haben, zwei Löcher im Boden, durch die ein Bach fließt und durch eine heiße Quelle wird immer wieder Wasser durch eines der Löcher gespuckt.

Dann ging es weiter auf einem Obsidian-Lava-Feld und über den Pass. Da waren wir dann ziemlich erstaunt, dass die Hütte und der total unwirtliche Zeltplatz schon da waren, dabei war es erst 11:30 Uhr. Da der Zeltplatz überhaupt nicht einladend aussah,

haben wir beschlossen, die nächste Etappe bis Álftavatn auch noch zu gehen nach einer ausgedehnten Mittagspause, die auf der Terasse der Hütte begann und in deren Vorraum wegen Regen endete.Um 12:30 Uhr sind wir raus in den Regen und haben uns an die 2. Etappe gemacht. Die Buntstiftlandschaft ging weiter, entlang des Torfajökull. Bei Jökulltungur änderte sich die Aussicht radikal, man steht quasi noch in den Schwefeldünsten und blickt nun auf ein grünes Tal mit schwarzen Bergen.

Es folgte ein sehr anstrengender Abstieg von über 1000m auf 537 m, meine Knie schmerzen noch immer.

Am Ende des Abstieges dann unsere erste richtige Furt, beim Schuhe und Strümpfe ausziehne wurden wir dann endgültig pitschnass. Die letzten 4 km bis zur Hütte bin ich nur noch gelatscht, hab zwar noch die Landschaft genossen, aber wollte nur noch in die warme trockene Hütte . Da man die Küche leider nur benutzen durfte, wenn man auch in der Hütte schläft, investierten wir die 12000 ISK und werden diese Nacht ganz „luxuriös“ in einem trockenen Massenlager schlafen. Hoffen wir, dass das Wetter morgen besser wird. Gerade ist es sogar trocken draußen.

Zeltplatz Hrafntinusker:
800 ISK p.P.
400 ISK Servicegebühr p.P. für Mitbenutzung der Hütteninfrastruktur
sehr ausgesetzt, aber Steinmäuerchen, sehr karg, sehr windig
Sanitäreinrichtungen sehr sauber, kaltes Wasser, Plumpsklo

Zeltplatz Álftavatn:
800 ISK p.P.
keine Servicegebühr -> keine Möglichkeit, die Hütte benutzen
sehr offen auf einer Wiese am See, Hütte nebenan.
Hütte Álftavatn:
3000 p.P.
Sanitäreinrichtungen sehr sauber
WC, kaltes Wasser, kalte Duschen

Nachtrag: 24 km sind ganz schön anstrengend

05.08.08 Mývatn

(ohne Kamera)
Der letze Tag am Mývatn begann etwas träge und verfroren. Auch das Wetter war etwas trübe, die Zelte waren sogar etwas nass von der hohen Luftfeuchtigkeit. Deshalb beschlossen wir nach dem Frühstück, uns erst einmal ins Information Center zu setzen und zu schauen , was der Tag noch so bringen wird. Da es dort allerdings auch nicht so richtig warm war, machten wir uns um 12:15 Uhr doch auf den Weg zum Hverfjall, einem Ringwallvulkan, der durch eine phreatische Explosion entstanden ist, wo während des Ausbruchs Grundwasser in den Schlot eindringt, wodurch der Vulkan in Form von Wasserdampf explodiert und die entstehende Tephra ringförmig um die Ausbruchsstelle abgelagert wird.
Man kann einmal um den ganzen Krater herumlaufen, was mit Auf- und Abstieg etwa 1 Stunde dauert. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf den See, das Solfataren-Gebiet und ins Hochland, man kann sogar einen Gletscher sehen, vermutlich den Hofsjökull. Auf dem Hinweg haben wir uns noch eine Erdspalte mit heißem Wasser in der Grottenähnlichen Struktur angeschaut, die Grjótagjá. Oben hatte man das Gefühl, dass man tatsächlich mit einem Bein auf der Nordamerikanischen und mit dem anderen Bein auf der eurasischen Platte steht. In der Grotte war es irgendwie sehr romantisch, wenn da nicht die ganzen Touris (inkl. uns) gewesen wären.
Auf dem Rückweg haben wir einen etwas anderen WEg durch das Birkenwäldchen genommen wie auf dem Hinweg, was sich sehr gelohnt hat, da der Weg total verschlungen zwischen den Lavabrocken hindurch ging.

06.08.08 Mývatn – Landmannalaugar

-Goðafoss

-Aldeyarfoss
-Hochland (Sprengisandur)

-Wasserkraftwerk
-Landmannalaugar
Busfahrt, meiste Zeit gepennt, schon schön im Hochland, aber das Geruckel vom Bus nervt.
Mit 1 1/2 Stunden Verspätung in Landmannalaugar angekommen,

total enttäuscht von dem Trubel dort, erinnert mich etwas an das Basecamp vom Mt Everest.

Deshalb nach dem Essen nicht wie alle anderen gefühlten 1000 Touristen in den heißen Bach sondern auf den Bláhnúkur gestiegen und abends um 10 Uhr die Stille genossen.

Zeltplatz Landmannalaugar:
800 ISK p.P.
ziemlich voll mit Reisegruppen
Sanitätseinrichtungen reichlich und ziemlich neu, aber nicht so richtig gut unterhalten (Dreck, fehlendes Klopapier)

04.08.08 Mývatn

(ohne Kamera)
Da es auf der andere Seeseite ein Hotelrestaurant gibt, welches ein relativ günstiges Mittagsbuffett anbietet, haben wir uns heute alle Vier Räder ausgeliehen und sind eine Runde gegen den Uhrzeigersinn um den See gefahren. Zuerst ging es es durch ein Vogelschutzgebiet, eigentlich landschaftlich nicht besonders reizvoll. Die Vögel sind wahrscheinlich vor allem deshalb dort, weil es dort viel zu essen gibt. Der See hat seinem See auf jeden Fall alle Ehre gemacht, was bisher an seinem Nordufer nicht so sehr spürbar war. Aber die Mückenschwärme waren wirklich unbeschreiblich. Man musste den Mund wirklich so gut es ging geschlossen lassen und die Jacke und Hose waren in Null Komma nichts schwarz. Ineressanterweise wahen die Mückenschwärme von weitem aus wie Nebel oder Regenschauer. Wir kreuzten den Abfluss des Mývatn, die Laxá, ein Fluss mit einer recht starken Strömung, der ausnahmsweise mal nicht schmutzig braun war.
Mittagspause haben wir in Skútustaðir gemacht, wo wir uns zuerst die relativ unspektakulären Pseudokrater angeschaut haben. Da die Mücken ziemlich unangenehm waren, machten wir die Runde um den Stakhólstjörn nicht.
Während wir darauf warteten, dass es 12 Uhr wurde, damit wir über das Buffett herfallen konnten, haben wir uns noch komische amerikanische Cartoons mit isländischem Untertitel angeschaut.
Das Buffett war schon speziell, eine Mischung aus Mainstream-Essen für europäische Touristen und isländischen „Spezialitäten“ wie Schafskopfsülze, Leberwurst, Blutwurst, getrocknetem Fisch (harðfiskur) und fermentiertem Hai (hákarl), der wie die Sau nach NH3 stank. Irgendwann fiel dann auch noch eine „Expedition“ des National Geographic’s ein. Da die Teilnehmer alle Namensschildchen trugen, wissen wir nun , dass es der Jerry war, der den ausgestopften Polarfuchs mit dem Teleobjektiv fotografiert hat.
Der Rückweg ging dann am östlichen Ufer des Mývatn entlang, wo bei Kálfaströnd und Höfði neben dichten Wäldern auch lustige Basaltformationen in und am Wasser zu bestaunen gab.
Wieder am Campingplatz haben wir dann Steffi und Matthias, die beiden Berliner aus Skaftafell wieder getroffen, die gerade nach einer Tour in den Ostfjorden hier ankamen, Wir sind dann noch mit den Rädern die 4 km bis zum Jarðbaðhólar gefahren, einem der Blauen Lagune nachempfundenn Thermalbad. Sehr entspannen, auch wenn das bläuliche Wasser sich zuerst etwas glitschig auf der Haut anfühlte, Dort haben wir etwa 2 Stunden im warmem wasser rumgelegen und sind danach wieder gemütlich zurückgeradelt. Nach dem üppigen Mittagessen gab es zum Abendessen Butterbrote. Danach haben wir noch bis 23:30 Uhr mit MAtthias und Steffi bei uns im Zelt gesessen und uns unterhalten.

03.08.08 Mývatn

Heute haben wir uns nach dem sehr ausgiebigen Frühstück aufgeteilt. Der Liebste und ich haben uns Fahrräder am Campingplatz

ausgeliehen, der Freund und Mama sind gewandert. Wir sind zuerst zu den Solfataren-Feldern am Berg Namafjall gefahren, wo es bestialisch gestunken hat, so daß ich wirklich fast gekotzt hätte, aber diese total surrealen Farben waren schon sehr beeindruckend.

Auch sehr faszinierend waren diese kleinen dampfenden und fauchenden ‚Berge‘, etwa 1m hohe Ablagerungen, die mit dem Wasserdampf zutage gefördert wurden.

http://www.youtube.com/get_player
Aber das allercoolste waren die brodelnden blauen und gelben Schlammtöpfe.

http://www.youtube.com/get_player

Weiter ging es dann zum Spaltenvulkan Krafla, was megaanstrengend war, da es galt, eine mindestens 15%ige Steigung über etwa 500m mit dem Fahrrad zu bewältigen. Da der Liebste aufgrund der für seine Größe etwas ungünstigen Rahmengeometrie ziemlich weit über dem Hinterrad saß, hat er beim Treten teilweise vorne abgehoben und mußste sich weit nach vorne über den Lenker beugen. Meine Beine haben ziemlich gezittert, als ich oben ankam. Dort kann man über das relativ frische Lavafeld des Krafla-Ausbruchs von 1984 laufen,

teilweise dampft es an manchen Stellen immer noch ganz schön aus dem Boden, was irgendwie ein komisches Gefühl, schließlich latscht man auf einem ruhenden, aber immer noch aktiven Vulkan herum. Man kann sogar die Stellen sehen und anfassen, an denen die Lava aus dem Boden geflossen ist.

Allerdings war es heute mit dem traumhaften Wetter der letzten Wochen vorbei und es war arschkalt dort oben. Für die 3km lange Abfahrt habe ich mir als Wind- und Wetterschutz auch die Regenhose das erste mal angezogen. Des Liebsten neue Regenjacke ist aber immer noch jungfräulich, sein heiliges Softshell sich auch heute wieder voll bewährt. Danach haben wir uns im warmen Informationszentrum gegenüber des Zeltplatzes Bjarg ein wenig aufgewärmt und die isländische Version von ’20 Minuten‘ gelesen, die aber redaktionell 100 mal besser und anspruchsvoller war. Im frisch geputzten Küchenzelt gekocht und lecker gegessen, danach gings ziemlich fix ins Bett, da es draußen mittlerweile echt kalt geworden ist.