Urlaubstagebuch: Dienstag, 06.08.2013 – Pfronten, Burgruine Falkenstein

Und weil der Montag mit den Freunden so schön war, verabredeten wir uns nochmal zum gemeinsamen Wandern. Diesmal so, dass die Anfahrt direkt und ohne kurvenreichen Pass erfolgen konnte. Trotzdem haben wir uns wieder mal verzockt. Um „Schlechtigkeit“ zu vermeiden, fuhren wir einen Umweg über die Autobahn, nur um wegen einer Vollsperrung einer Bundesstraße dann südlich um den Grüntensee herumfahren zu müssen und schlussendlich wieder auf der Landstraße landeten, die wir versucht hatten zu meiden. Als Ziel hatten wir uns diesmal eine „echte Ritterburg“ ausgesucht, die auf einem Berg liegt, der wie eine Insel aus dem platten Voralpenland herausragt und vor den eigentlichen Alpen liegt.

allgaeu2013auswahl_web-031Es war noch immer megaheiß und die ersten km über sonnige Wiesen und entlang der Teerstraße waren wieder extrem mühsam, was die Motivation des großen kleinen Menschen betraf. Und dann kamen wir in den Wald und es ging ziemlich steil in unzähligen Serpentinen bergauf. Und plötzlich waren wir wieder mit der Bergziege vom Sonntag unterwegs.

allgaeu2013auswahl_web-030Und dabei hat er uns die ganze Zeit vollgequatscht. In einem fort. Ohne auch nur das kleinste bisschen aus der Puste zu kommen. Oben an der Burg angekommen, mussten wir feststellen, dass es sich um eine Ruine handelte, es keinen Burggraben und keine Zugbrücke gab, aber ich glaube, der Begeisterung des großen kleinen Menschen hat das keinen Abbruch getan. Zum Glück lag das Micky Maus Schloss ziemlich im Dunst, sonst hätte er sicher ewig lang gequengelt, dass er doch noch dorthin will (was er in der Ferienwohnung bereits getan hatte, nachdem er Fotos gesehen hatte und der Meinung war, es handele sich hierbei um eine echte Ritterburg). So mussten wir nur stundenlang Fragen beantworten, warum die Burg kaputt sei, warum es keine „Ritters“ mehr gäbe, usw. Der kleine kleine Mensch war mal wieder sehr glücklich in der Kraxe und schaute entweder begeistert in der Gegend rum oder schlief. Im Burgrestaurant verfütterte er versehentlich seine Brezel an zwei kleine Hunde und hat ziemlich dumm geguckt, wie schnell die plötzlich weg war.
Und weil 400 Hm für einen 4-jährigen kleinen Menschen schon eine echt gute Leistung sind, hatten wir uns für den Abstieg überlegt, dass ich den kleinen kleinen Menschen in der Manduca auf dem Rücken nach unten trage und der Liebste den großen kleinen Menschen in der Kraxe. Da hatten wir aber die Anhänglichkeit des Papakindes etwas unterschätzt. Sobald der kleine kleine Mensch nämlich den Liebsten mit dem großen Bruder auf dem Rücken sah, flippte er schier aus. Also mussten wir mit etwas Abstand voneinander den Berg runter gehen. Irgendwann schlief der kleine kleine Mensch dann wieder und der Liebste durfte sich wieder nähern.
Fazit dieser beiden Tage: Man sollte öfter mal die Ferien gemeinsam mit viel zu weit weg wohnenden Freunden planen und die Ferienwohnungen nah beieinander mieten!

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Urlaubstagebuch: Montag, 05.08.2013 – Heiterwanger See

Da Freunde von uns aus Zürich gerade im Ammergau Ferien machten, hatten wir uns mit ihnen irgendwo in der Mitte verabredet. Irgendwo in der Mitte bedeutete in diesem Fall am Heiterwanger See in Tirol. Wir wollten mal wieder schlauer als das Navi sein und folgten in Sonthofen den Straßenschildern nach Reutte. Also ging es über Bad Hindelang und den Oberjochpass nach Tirol. Bei der Abfahrt Richtung Reutte gab es dann wieder ein Problem mit „Schlechtigkeit“ beim großen kleinen Menschen. Also wieder Zwangspause eingelegt, diesmal allerdings leider nicht so hübsch gelegen wie in Karlsbad sondern schlicht in einer Nothaltebucht der engen Bergstraße. Nach einem kurzen Spaziergang ging es aber wieder leidlich und mit 1 h Verspätung kamen wir an dem traumhaft schön gelegenen Heiterwanger See an.

allgaeu2013auswahl_web-024Direkt am See gibt es einen kleinen Campingplatz, einen Spielplatz, eine Badestelle, einen Bootsanleger für Seerundfahrten, einen Ruderbootverleih und ein Hotel. Und obwohl es gerade Hauptferienzeit ist und es noch immer über 30 Grad Celsius hatte, war erstaunlich wenig los dort oben.
Zuerst machten wir einen Versuch, den See zu umwandern. Allerdings schien das der große kleine Mensch ziemlich öde zu finden, der wollte nämlich viel lieber im See baden bzw. auf dem Holzfloß, das bei der Badestelle am Ufer schwamm, spielen. Diesem Wunsch kamen wir dann auch nach. Die Erwachsenen fanden das Bad im Bergsee sehr erfrischend, den kleinen Menschen war es scheinbar doch eher zu erfrischend. Trotzdem war das rumliegen im Schatten am See sehr entspannt, der große kleine Mensch hatte seinen Spaß auf dem Floß und ich war ganz entzückt davon, wie rücksichts- und verantwortungsvoll die anderen Kinder dort spielten. Sowohl auf dem Spielplatz als auch auf dem Floß.
Irgendwann trieb uns der Hunger dann mal zum Hotel, wo wir auf der Terasse Wiener Schnitzel mit Pommes aßen. Der große kleine Mensch wollte dann noch gerne Ruderboot fahren. Da der Wind eher vom Ufer weg wehte, war ich etwas ängstlich, dass ich es nicht schaffen würde, uns sicher wieder zurück ans Ufer zu rudern. Also musste der Liebste ran. Wie ein Kapitän saß der große kleine Mensch hinten im Boot und sagte an, wo es hinzugehen hatte. Er hat vor Freude gequiekt, als sie über die Wellen des Ausflugsbootes ruderten und wollte viel lieber ein Elektroboot mit Lenkrad fahren, als er entdeckte, dass es auch solche zu mieten gab. Am Ende hat er sogar noch ein bisschen selber gerudert. Die Rückfahrt machten wir dann auch so, wie das Navi wollte: über die Autobahn. Und es gab keine Klagen über „Schlechtigkeit“.

In Hinang angekommen, wartete das nächste kulturelle Highlight auf uns: das Standkonzert der Musikkapelle Altstädten

UrlaubAllgaeuTag2_01-001Interessant fand ich die Geschlechterrollenverteilung auf die einzelnen Instrumente. Holzbläser waren Frauen, Blechbläser Männer. Eine einzige Ausnahme von dieser Regel gab es: Ein Mann durfte Klarinette spielen.

Urlaubstagebuch: Sonntag, 04.08.2013 – Hinanger Wasserfälle, Sonnenklause

Dieses Mal sind wir ja mit zwei kleinen Menschen unterwegs und der große kleine Mensch ist nun ja auch fit genug, dass er kleinere Wanderungen selber gehen kann. Außerdem ist er auch zu schwer, um längere Strecken in der Kraxe getragen zu werden. In die Kraxe darf nun der kleine kleine Mensch, der sich noch ein wenig schwer tut mit dem selber laufen (was mit 1 Jahr auch nicht verwunderlich ist). Für den ersten Tag hatten wir uns die Wanderung zu den Hinanger Wasserfällen ausgesucht. Es ist keine Anfahrt mit dem Auto oder gar der Seilbahn nötig und es kann im Prinzip jederzeit der Heimweg angetreten werden. Denn auch wenn wir uns sicher waren, dass der große kleine Mensch gut zu Fuß ist, wollten wir ihm das Wandern nicht gleich am ersten Tag durch überforderung verleiden. Und auch beim kleinen kleinen Menschen war die Kraxenliebe noch nicht vollumfänglich ausgebrochen. Der Zustieg zum Wanderweg auf der geteerten Straße war dann auch erstmal echt mühsam. Aber sobald wir im Wald auf dem Wanderweg waren und es streng bergauf ging, war der große kleine Mensch in seinem Element. Wie eine Bergziege stiefelte er auf seinen kurzen Beinen zielstrebig den Berg rauf. Er und ich mussten immer wieder auf den Liebsten und den kleinen kleinen Menschen warten, die ettliche Fotostops einlegten und deshalb ganz schön hinterher waren.

allgaeu2013auswahl_web-011 Aber auch dem kleinen kleinen Menschen schien es sichtlich zu gefallen, so durch den Wald getragen zu werden, jedenfalls nach den „aaaahs“ und „ohhhs“ zu urteilen. Die Wasserfälle hatten wir recht schnell hinter uns gelassen und weiter ging es den Bach entlang bergauf Richtung Sonnenklause.

allgaeu2013auswahl_web-012 Das letzte Stück des Weges ging leider wieder über die geteerte Straße, was zu deutlichen Motivationsproblemen beim großen kleinen Menschen führte. Aber der Wettlauf mit einem anderen wandernden Kind und die Abkürzung über eine Wiese halfen dabei, ohne große überredungskünste an der Sonnenklause anzukommen. Dort gabs dann die versprochene Limo und ein Eis, der große kleine Mensch spielte ein wenig mit anderen Kindern auf dem Spielplatz und dann ging es auch schon wieder an den Abstieg.

allgaeu2013auswahl_web-016Und der gestaltete sich deutlich schwieriger, was die Motivation betraf. Der Weg war aber auch deutlich sonniger, was bei Temperaturen über 30 Grad Celsius auch kein echtes Vergnügen darstellt.

allgaeu2013auswahl_web-017Irgendwann zog es sich dann aber sehr schnell zu und wir waren nicht sicher, wie lange es noch trocken bleiben würde, so dass rumtrödeln keine echte Option war. Beim runterrennen eines steilen Waldweges stürzte der große kleine Mensch dann auch noch und zog sich klitzekleine Schürfwunden an Brust, Bauch und Knien zu. Also hat der Liebste dann ein ganzes Stück beide kleinen Menschen getragen. Trotzdem ist der große kleine Mensch schlussendlich 250 Hm und ca. 5km selbst gewandert.
Bei einem kleinen Abstecher auf den Hinanger Spielplatz verblüffte uns der kleine kleine Mensch dann noch damit, dass er ohne Hilfe die ganze Rutsche hochkrabbelte. Noch nicht richtig laufen können, aber schon die Rutsche hochkrabbeln…

Der Liebste machte dann noch einen nächtlichen Ausflug zum Malerwinkel, den er nur dank Taschenlampe bewältigte, um den Sternenhimmel eingebettet in das Panorama des Oberallgäus zu photographieren. Man beachte die Schöllanger Burgkirche in der unteren Bildmitte und die drei Flugzeuge.

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Urlaubstagebuch: Freitag, 02.08.2013 Unimogmuseum Gaggenau, Wasserfall Geroldsau

WIr sind zwar schon seit ein paar Tagen aus dem Urlaub zurück, aber da wir auch beide wieder arbeiten und die 1152 Bilder sortiert, entwickelt und ein Großteil davon wieder weggeschmissen werden mussten, hat es etwas gedauert mit der Finalisierung des Tagebuchs. Um euch nicht zu viel Text auf einmal zuzumuten gibt es jetzt jeden Tag ein kleines Häppchen.

Um die Autofahrt aus dem Rheinland ins Allgäu nicht allzu lang werden zu lassen, haben wir wieder auf unsere bereits bewährte Strategie, die Strecke in 2 Etappen zu unterteilen, und unterwegs der Verwandtschaft noch einen Besuch abzustatten, zurückgegriffen. Auf der Hinfahrt haben wir meine Schwester im Schwarzwald besucht. Nach einem gemütlichen Frühstück auf einer schon recht warmen Terasse, und spielen im Garten haben sich die beiden großen kleinen Cousins und die beiden Schwippschwager nach dem Mitagessen auf den Weg ins Unimogmuseum gemacht, während der kleine kleine Cousin und die Cousine Mittagschlaf machten und meine Schwester und ich ein bisschen Zeit zum Quatschen hatten. 2013-08-02 13.22.17

Als die Schwippschwager und die großen kleinen Cousins aus dem Museum zurück waren, haben wir die schlausten Entscheidung des Tages getroffen: Einen Spaziergang durch einen schattigen Schwarzwaldbach zum Geroldsauer Wasserfall zu machen. Bei Temperaturen um die 35 Grad Celsius ist so ein Bachspaziergang eine wirklich tolle Sache. Sogar der kleine kleine Cousin und die Cousine hatten einen Heidenspaß und standen teilweise brusttief im Wasser.

DSC_2517Und für die großen kleinen Cousins war die kleine Wanderung ein Klacks, da bedurfte es wirklich keiner Motivation um bis zum Bütthof zu laufen. Dort gabs dann noch ein kühles Getränk und der Rückweg wurde angetreten.

Allgäu, Tag 8-11

Am Montag sind wir von der Talstation der Söllereckbahn aus zum Freiberger See gelaufen. Wie sich herausstellte, ist das ein Badesee. Neben einem offiziellen Naturfreibad gibt es aber auch noch ein paar andere Badestellen am See, sogar mit kleinen Hüttchen, in denen man sich umziehen kann. Wir hatten natürlich unsere Badesachen nicht dabei, aber da es um 12 Uhr Mittags schon so heiß war, sind der kleine Mensch und ich kurzerhand nackidei in den See gesprungen. Der Liebste wollte mit seinem offenen Finger lieber nicht baden gehen. Selber schuld, das war so herrlich!

Danach ging es sehr steil bergauf, glücklicherweise durch den Wald zur Hochleite, wo wir einige Familien wiedertrafen, die morgens in der Schlange zur Seilbahn standen, an der wir vorbeigelaufen sind. Obwohl der Liebste behauptete, dass wir schon auf der Höhe der Bergstation seien, kam mir das etwas spanisch vor, dass diese Familien so lange für ein flaches Stück gebraucht haben können. Wie sich herausstellte, hatte der Liebste sich geirrt und wir mussten noch 300 Hm rauf…. Ging aber glücklicherweise wieder größtenteils durch den Wald, denn die Sonne war wirklich mörderisch. Der kleine Mensch hat sich scheinbar zwischendurch auch gelangweilt, da er irgendwann anfing, dem Liebsten in die Haare zu reißen und ihm die Hände blutig zu kratzen. Glücklicherweise passiert sowas selten, aber auf unsere sehr strengen Ermahnungen hin hat er sich eher noch motiviert gefühlt weiter zu machen und im Wald aussetzen kommt natürlich nicht in Frage. Tipps, wie man ein Kind in der Kraxe diszipliniert? Oben angekommen, führte ein Stück des Weges durch ein Hochmoor, wunderschön!

Anschließend haben wir uns noch ein Stück Pflaumenkuchen im Bergrestaurant gegönnt, Der kleine Mensch hat sich fast die Beine an einer sengend heißen Rutsche verbrannt und dann sind wir mit der Gondelbahn wieder talwärts geschwebt. Abends kam dann mit einiger Verspätung noch ein Freund von uns an, der den Rest der Woche mit uns verbracht hat.

Nebelhorn

Am Dienstag morgen sind wir megafrüh aufgestanden, da wir aufs Nebelhorn wollten und es noch heißer werden sollte. Wir haben wieder am Ortseingang von Oberstdorf geparkt und sind mit dem Ortsbus zur Talstation der Nebelhornbahn gefahren. Vor 9 Uhr hat der Bus leider einen 20-Minuten-Takt und wir hatten den um 8:30 Uhr knapp verpasst. Wir waren trotzdem noch so früh an der Talstation, dass wir fast ohne Wartezeit in die Kabine der Seilbahn einsteigen konnten. Als wir nach oben schwebten, ging die Schlange schon aus dem Gebäude raus. Es lohnt sich, wirklich früh dort zu sein, vor allem mit Kindern. Wir sind dann auf der Bergstation Höfatsblick ausgestiegen und die fehlenden 300 Hm zum Gipfel über den Weg nur für Geübte zurückgelegt. Auch dieser Weg war einigermaßen harmlos, aber endlich kam mal wieder Hochgebirgsfeeling auf. Das Gipfelrestaurant war natürlich eine ganz schöne Tourifalle, aber am Gipfel war es trotzdem schön, vor allem die Aussicht war gigantisch (auch wenn man die versprochenen 400 Gipfel natürlich nicht sehen konnte, dafür war es zu diesig).

Danach sind wir mit der Kabine wieder runter zum Höfatsblick gefahren und sind dann dem Tipp unserer Gastgeberin gefolgt, und sind den Laufbachereckweg gegangen, allerdings nicht ganz bis zum Laufbacher Eck. Aber den Blick ins Oytal und auf die Käseralpe, den wollten wir dann doch genießen, so dass wir bis um den Schochen herumgelaufen sind. Die Aussicht war gigantisch und die Menschenmassen, die sich auf dem Nebelhorn rumtrieben, haben es vorgezogen, lieber zur Seealpe zu laufen.

Hin und wieder kamen uns mal Wanderer entgegen, die vom Prinz-Luitpold-Haus kamen, und es gab auch noch ein paar Wanderer, die uns folgten, aber eine gewisse Exklusivität konnte selbst unser anspruchsvoller Begleiter nicht abstreiten.

Der kleine Mensch ist sogar ein Stück des Weges selbst gelaufen, irgendwann wurde der Weg dann aber wieder so ausgesetzt, dass wir ihn lieber wieder in die Kraxe verfrachtet haben.

Fand er kurzzeitig ziemlich doof, aber nach kürzester  Zeit hat er schon wieder angefangen zu singen und plappern, was er in der Kraxe eigentlich die ganze Zeit tut. Einzige etwas kritische Stelle auf der Wanderung war ein Stelle, die einen Höhenunterschied von ca. 4 Metern mit Drahtseilsicherung überwand. Mit Kind auf dem Rücken schon einer etwas größere Herausforderung, die man aber mit ein wenig Trittsicherheit und Erfarhung im alpinen Gelände gut meistern kann. Der kleine Mensch hat uns dann noch alle ziemlich verblüfft, als er den letzten km bis zur Seilbahn alleine gelaufen ist. Und da ging es teilweise nochmal richtig steil bergauf.

Am Mittwoch haben wir uns dann die Breitachklamm angeschaut und auch hier gilt: Früh aufstehen lohnt sich. Wir waren um kurz vor 10 da, da war der Parkplatz noch relativ leer, was sich innerhalb von wenigen Minuten dann änderte. Die Klamm ist wirklich beeindruckend, und auch mit Kraxe auf dem Rücken eines 1,92 m großen Mannes noch begehbar, auch wenn man an einigen Stellen echt aufpassen muss, dass man nicht anstößt.

Anschließend sind wir in der Walserschanze eingekehrt und haben uns sehr über die Bedienung dort geärgert, weil es nicht möglich war, ein kleines Getränk für den kleinen Menschen zu bekommen. Auch unserem Wunsch nach einem kleinen leeren Glas konnte nicht entgegegen gekommen werden, so dass der kleine Mensch natürlich die ganze Zeit aus dem für ihn viel zu großen und schweren Glas selber trinken wollte, und wir die ganze Zeit damit beschäftigt waren, zu verhindern, dass er sich und uns von oben bis unten mit Johannisbeerschorle übergießt. Den Rückweg haben wir dann über die Dornach- bzw. Sesselalpe angetreten, wo wir dann einen weiteren Versuch gestartet haben, bei letzterer zu Mittag zu essen. Abgesehen von der Tatsache, dass wir ziemlich lange aufs Essen gewartet haben, und unsere Begleitung die Portion zu klein fand, war das ein etwas erfreulicheres Erlebnis. Von unseren Tischnachbarn (jüngere Rentergeneration) wurden wir dann noch in ein Gespräch verwickelt, wohin Eltern heutzutage ihre 2-jährigen hinschleppen und dass das Kind davon doch gar nichts habe außer Streß. Wir haben schon den Eindruck, dass der kleine Mensch sehr viel von den letzten 10 Tagen hatte, da er unglaublich viel plappert neuerdings und so viele neue Dinge gesehen hat, die er nicht kennt, aber verstehen will und auch versucht, diese Zusammenhänge mit seinen einfachen 2-Wort-Sätzen wiederzugeben und jeden Morgen ganz begeistert vom Wandern erzählt und noch in der Ferienwohnung alleine in die Kraxe einsteigt.

Donnerstag hatten wir dann alle irgendwie einen kleinen Durchhänger und haben nur eine ganz gemütliche Wanderung nochmals zu den Wasserfällen, zur Königin der Liebe und zum Malerwinkel gemacht. Der kleine Mensch ist mittlerweile ein Meister im Immitieren seiner Eltern und ist zwischendurch mit meinen zusammengeschobenen Wanderstöcken gewandert, wirklich sehr süß! Zum Mittagessen sind wir dann im Gasthof Zengerle in Hinang eingekehrt und wurden da wirklich sehr freundlich bedient. Es war überhaupt kein Thema, dass wir für den kleinen Menschen einfach nur einen Extrateller bekommen haben, der sogar mit Salat garniert war, auf dem wir ihm dann einen Teil unseres Essen abgegegen haben. Es gab Kinderstühle und genügend Bierdeckel um Brücken und Häuser zu bauen. Und das Essen war auch gut, vor allem der Zwiebelrostbraten war exzellent!

Leider ist morgen unser Urlaub schon wieder vorbei. Wir haben uns auf dem Ferienhof Winkler in Hinang sehr sehr wohl gefühlt, die Winklers sind unglaublich herzliche und hilfsbereite Menschen und wir können uns sehr gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder hier im Allgäu Urlaub zu machen. Es gibt noch so viel zu entdecken!

Allgäu, Tag 6-7

Gestern haben wir einen für uns sehr untypischen Urlaubstag verbracht. Der Liebste hatte die seltsame Idee, dass er gerne Schloss Neuschwanstein sehen möchte, wenn wir schon mal „in der Nähe“ sind. In der Nähe ist allerdings relativ, wir haben über 1 1/2 Stunden hin gebraucht und in Füssen fett im Stau gestanden. Das entspricht sowas von überhaupt nicht meiner Vorstellung von Urlaub (vom LIebsten eigentlich auch nicht, aber scheinbar brauchte er nochmal eine kleine Erinnerung, dass er sowas nicht mag…). In Hohenschwangau wurde der Touri-Wahnsinn dann schnell offenbar, aber wir haben glücklicherweise einen genialen Plan verfolgt: Die Pöllatschschlucht hinaufwandern. Das scheint dermaßen abwegig zu sein, dass es im Tal noch nicht mal einen Wegweiser dorthin gibt. Wir mussten an der Pommesbude nachfragen, wie wir da hinkommen. Der robuste Outdoorbayer hinterm Tresen hat etwas entgeistert geschaut, als er den Buggy gesehen hat. Zugegeben, das hätte ich auch an seiner Stelle, aber wir haben auf die Kraxe verzichtet, weil wir den wunden Po des kleinen Menschen ein wenig schonen wollten. Das erklärt auch, warum wir überhaupt auf diese komische Idee mit Neuschwanstein verfallen sind: Wenn wir eh nicht richtig wandern können, dann können wir ja mal einen Tag so richtig einen auf Mickey Mouse machen. Schließlich ist Neuschwanstein die Mutter aller Mickey Mouse Schlösser.

Der Plan war also, dass der Liebste den kleinen Menschen auf dem Arm die Schlucht rauf trägt und ich den Buggy. Hat auch prima funktioniert, aber man braucht schon zwei Personen mit jeweils zwei gesunden starken Armen, wenn man sowas machen will. Aber die Schlucht ist wirklich eindrucksvoll und es lohnt sich absolut, die von unten zu begehen.

Und der kleine Mensch ist sogar einen nicht unerheblichen Teil der Stufen im oberen Teil selbst gelaufen. Im unteren Teil musste er aber wirklich getragen werden, das wäre definitiv noch zu anspruchsvoll für den kleinen Kerl (wobei er heute morgen verkündet hat: „Mimmi groß“) gewesen. Man kann die Schlucht auch gut mit Kraxe machen, uns kam ein Mann mit Kind auf dem Rücken entgegen (der uns dann auch nochmal gewarnt hat, dass da ziemlich viele Stufen, so ein paar hundert, auf uns zu kommen). Die Schlucht ist abwechselnd total wild und dann gibt es immer wieder liebliche Stellen, wo Kinder und Erwachsene im Wasser spielen und Steinmännchen bauen. Oben angekommen wimmelte es von Menschen aus aller Herren Länder, war wirklich eine bunte Mischung aus allen möglichen Sprachen zu hören und gar nicht so japanisch, wie ich erwartet hätte (Oder ist Neuschwanstein nicht mehr Teil von „Europe in a week“?). Die Marienbrücke war im vorderen Teil so überfüllt, dass man wirklich kaum durchkam und im hinteren Teil total leer, obwohl man das Schloss von dort genauso gut sehen konnte.

Den Rückweg haben wir dann über die Rodelbahn (im Winter), einem breiten, recht steilen Schotterweg, angetreten. Im unteren, nicht mehr so steilen Teil ist der kleine Mensch auch viel gerannt, es hat ihm sichtlich Spaß gemacht, die Hangabtriebskraft auszunutzen.

Wieder in Hinang angekommen, haben wir dann unserem Gastgeber noch beim Kuh auf die Weide treiben Gesellschaft geleistet und ein wenig im Garten gesessen und wie jeden Abend beim Melken zugeschaut.

Oytal

Heute sind wir dann dem Tipp unserer Gastgeberin gefolgt und sind zur Käseralpe oberhalb von Oberstdorf gewandert. Der kleine Mensch hat schon auf der Hinfahrt die ganze Zeit vom Wandern erzählt. In Oberstdorf haben wir den erstbesten Parkplatz genommen, der sich bot und sind von dort aus mit dem Ortsbus bis zur Nebelhornbahn gefahren. Allerdings haben wir die Bahn nicht genommen, sondern sind zuerst die Trettach entlang gegangen und dann den Dr. Hohenadl Weg entlang des Oybachs ins Oytal gewandert. Im unteren Teil ist es ein gewöhnliches relativ enges Tal, ab etwa 1000 m ü. NN geht es in ein hochalpines, breites, teilweise parkartiges Tal über.

Weiter ging es dann über die Via Alpina den Oybach weiter hinauf. Ab dem Prinzenkreuz wurde es dann steiler, bei über 30 Grad war der Anstieg so knackig, dass wir sogar einige Mountainbiker abgehängt haben, die ihr Velo lieber geschoben haben als im ersten Gang den Berg rauf zu hecheln. Oben angekommen eröffnet sich aber wieder ein wunderschönes Tal, eher ein Kessel, mit einer senkrechten Wand am Ende, an deren Fuß die Käseralpe liegt.

Dort trafen wir dann unsere Gastgeber, die ihr Jungvieh auf der Käseralpe und am Eissee besucht hatten. Nach einer ausgiebigen Mittagspause boten die Gastgeber uns an, dass sie uns ein Stück mit ins Tal runter mitnehmen könnten. Wie sich herausstellte, waren sie nämlich mit dem Traktor (Fendt 275 S) dort. Also bin ich mit dem kleinen Menschen und dem Bauern in die Kabine geklettert, der Liebste, die Bäuerin und ihr Enkel haben sich hinten auf die Ackerschiene gestellt und so ging es dann wieder Richtung Oytal. Lieber schlecht gefahren als gut gelaufen, lautete die Devise und so ist der Liebste nun schon zum zweiten Mal in den Genuß gekommen, auf dem Trecker mit zu fahren. Es war seinem Bericht nach aber viel abenteuerlicher und landschaftlich schöner als das Gülle fahren auf der Wiese (vom geruchlichen Aspekt ganz zu schweigen). Und der kleine Mensch und ich fanden es auch prima, der Beifahrersitz ist nämlich viel besser als was ich bisher so vom Treckerfahren kannte. Am Oytalhaus wollten wir gerne die Kutsche runter nach Oberstdorf nehmen, aber die war leider schon mit einer Kaffeefahrt voll, so dass wir das letzte Stück wieder am Oybach entlang nach unten gelaufen sind. Es ist eine lange Tour (10 km eine Strecke), die nur im letzten Teil eine nennenswerte Steigung aufweist und deshalb mit ausgiebigen Pausen in 3 Stunden (pro Strecke) machbar ist. Beim Rückweg haben wir ja etwas beschissen, aber ich schätze, dass der nur ungefähr eine halbe Stunde kürzer gewesen wäre. Ob man die Kutschenfahrt als Einzelperson/Familie im Vorraus buchen kann, weiß ich nicht, ohne Traktorlift ist es aber schwierig die zu erreichen, da die letze Kutsche um 14:30 Uhr abfährt.

Alternativ kann man sich am Oytalhaus Roller mieten und nach Oberstdorf runterrollen, was uns aber mit der Kraxe auf dem Rücken zu heikel war.

Allgäu, Tag 5

Heute war der Wurm drin. Wir wollten eigentlich einfach einen ruhigen Tag verbringen und in Sonthofen ein bisschen shoppen gehen (u.a. Wassersandalen für den kleinen Menschen). In der Tiefgarage hat sich der Liebste allerdings im Überschwang beim Öffnen einer Tür den Finger zwischen Betonwand und Türgriff geklemmt. Außerdem hat sich der kleine Mensch im Windelbereich so doll gekratzt, dass es ganz schön geblutet hat.

Als die Blutung einigermaßen gestillt war, haben wir uns auf den Weg nach Reichenbach zum Waldspielplatz gemacht. Den haben wir allerdings nicht gefunden. Stattdessen haben wir unseren eigenen Waldspielplatz am Bach aufgemacht. Der kleine Mensch wollte sich mal wieder nicht ausziehen lassen, noch nicht einmal die Socken, so dass seine neuen Sandalen gar nicht zum Einsatz kamen. Irgendwie haben wir es aber dann doch geschafft, dass er sich die Windel hat ausziehen lassen, da wir wollten, dass ein wenig Luft an den Windelbereich kommt. Aber Hose und Body mussten anbleiben. Dummerweise waren der Liebste und ich beim Rucksackpacken mal wieder zu wenig kommuniziert, so dass wir dachten, der jeweils andere habe Wechselklamotten für den kleinen Menschen eingepackt. Also hat keiner die Klamotten eingepackt. Es kam, wie es kommen musste und der kleine Mensch piescherte in die Hose. Also haben wir ihm die nassen Klamotten ausgezogen und ihm eine Windel und die Regenjacke angezogen, da es dort am Bach im Schatten zu kühl für Nackideis war. Anschließend sind wir wohl etwas sehr hektisch aufgebrochen. Als wir wieder aus dem Wald raus waren und durch die pralle Sonne marschierten, musste die Regenjacke allerdings anbleiben, weil dieses Kind ja schon immer seine eigenen Vorstellungen davon hatte, was es an- bzw. ausziehen will. In Hinang angekommen, stellten wir fest, dass wir unsere Trinkflaschen am Bach haben stehen lassen, also musste ich nochmal zurückfahren, um die Flaschen zu holen. Ich bin dann verbotenerweise eine „Anlieger frei“ Straße hochgefahren, um so schnell wie möglich wieder zurück zu sein, schließlich wollen wir ja irgendwann auch noch zu Abend essen. Dabei habe ich dann allerdings den Wegweiser zum Waldspielplatz entdeckt, so dass wir es in den nächsten Tagen vielleicht nochmal probieren können, dorthin zu gelangen, denn wir wollen dem kleinen Menschen jetzt erst mal eine Kraxenpause gönnen, es sind also kinderwagentaugliche Aktivitäten angesagt. Der Rest des Abends verlief einigermaßen frei von Katastrophen, die Herdplatte haben wir ausgeschaltet, bevor das Haus in Flammen aufging. Das einzige, was noch vor sich hinschwelt ist der kleiner Fingernagel vom Liebsten, der wohl über kurz oder lang abfallen wird. Ich kann den kaum anschauen, der sieht echt aus wie aus dem Scherz-/Horrorartikelladen.

Allgäu, Tag 2-4

Drei Tage Urlaub und abends immer zu faul zum Tagebuch schreiben… Das Wetter ist seit Dienstag traumhaft schön, vielleicht fast ein bisschen heiß, aber erstaunlicherweise macht mir das nicht allzu viel zu schaffen.

Am Dienstag, unserem ersten richtigen Urlaubstag hier, wollten wir die Wasserfälle dann nochmal mit der Kamera festhalten

und dann weiter zum Altstädter Hof wandern. Aber so richtig gut in Form waren wir noch nicht, weshalb wir uns an der Sonnenklause entschieden, über Hochweiler wieder zurück nach Hinang zu wandern. Der kleine Mensch durfte aber vorher noch ein bisschen im Fluss mit Steinchen schmeißen, bevor er wieder in seine Kraxe gesetzt wurde.
Am Abend schmerzten meine dicken Zehen ziemlich und ich hatte mir an beiden Fersen schon wieder Blasen gelaufen. Diese Wanderschuhe waren ja noch nie meine besten Freunde, aber nach so einer kurzen Tour schon wieder solche Beschwerden waren dann doch etwas heftig. Bei einem kleinen Abstecher zum Bach hat der kleine Mensch dann aus Versehen seinen Schnuller in den Bach fallen lassen. Seinem Vorschlag, doch nach dem Schnuller zu tauchen, ist der Liebste allerdings nicht nachgekommen. Jedesmal, wenn wir seither am Hinanger Bach vorbeikommen, erklärt uns der kleine Mensch, dass dort sein „Nuller“ drin ist.

Am Mittwoch morgen merkte ich schon nach ein paar Schritten, dass meine Füße keinen zweiten Tag in diesen Schuhen überstehen würden. Scheinbar sind meine Füße durch die Schwangerschaft größer geworden, so dass die Wanderschuhe nun gar nicht mehr passen. Also bin ich kurzerhand nach Sonthofen ins Allgäu-Outlet gefahren und habe mir neue Wanderschuhe gekauft. Da der kleine Mensch partout nicht ins Auto einsteigen wollte und in seiner Kraxe sitzen bleiben wollte, haben der Liebste und der kleine Mensch sich derweil ein wenig das Dorf angeschaut und dabei ein attraktives Ziel hier im Tal ausgemacht: Die Schöllanger Burgkirche, auf einem kleinen Hügel oberhalb von Fischen gelegen. Also haben wir eine gemütliche Wanderung über Oberthalhofen und Au zu dieser Kirche gemacht. Der Anstieg auf den Hügel war bei 30 Grad eher auf der anstrengenden Seite, aber dafür haben wir anschließend im Kirchhof eine ausgiebige Pause gemacht.
Der Rückweg ging dann über den Auwaldsee, Au und Burgegg nach Schöllang. Dort waren am Mittwoch nachmittag die Bürgersteig hochgeklappt, so dass wir auf direktem Weg weiter nach Hinang gelaufen sind. Die neuen Wanderschuhe haben sich sehr gut angefühlt, so dass ich wirklich froh bin, dass ich mich spontan zum Kauf dieser Schuhe durchringen konnte. Anschließend sind wir dann nochmal zu den Wasserfällen, wo der kleine Mensch dann sehr ausgiebig im recht kühlen Wasser geplanscht hat. Da er sich vorher nicht die Hose ausziehen lassen wollte, war die nach einem beherzten Schritt ins tiefere Wasser und anschließendem Hinknien dann natürlich nass.
Nach der Planschorgie hat er sich die Hose dann problemlos ausziehen lassen. Anschließend haben der kleine Mensch und der Liebste noch beim Silage-Ballen pressen zugeschaut, ich habe es vorgezogen, zurück zum Hof zu gehen, da ich das ja in meiner Kindheit zur Genüge miterleben musste…

Heute habe ich die Schuhe dann richtig gestestet beim Aufstieg auf den Sonnenkopf. Seit der Geburt des kleinen Menschen war ich ja nicht mehr so richtig wandern und die Knallsonne heute war auch nicht zu verachten, deshalb bin ich echt stolz, dass ich den 900 m hohen Aufstieg gemeistert habe, auch wenn ich früher so eine Tour locker gemacht hätte. Und beim Liebsten darf man nicht vergessen, dass er den kleinen Menschen die ganze Zeit getragen hat. Diesmal sind wir nicht wieder an den Wasserfällen vorbei aufgestiegen sondern haben den Fahrweg zur Sonnenklause genommen. Zwischenzeitlich hab ich mich ein wenig geärgert, dass wir nicht das Auto genommen haben, um die ersten 220 Hm zu sparen, allerdings war der Plan, vom Sonnenkopf nach Schöllang abzusteigen und mit dem Bus nach Hinang zu fahren. Und dann hätte das Auto ja an der Sonnenklause gestanden. Von der Sonnenklause aus ging es dann erstmal einigermaßen erträglich bergauf, aber irgendwann ging der Wanderweg dann in die direkte Falllinie über, die 500 Hm bis zur Diana-Jagd-Hütte waren echt der Hammer.
Das letzte Stück bis auf den Gipfel des Sonnenkopfes (1712 m ü. NN) waren dagegen dann wieder fast ein Spaziergang.
Leider war der Abstieg nach Schöllang wegen Forstarbeiten gesperrt, so dass eine Alternative her musste. Den gleichen Weg zurück wollten wir auf keinen Fall gehen, denn das einzige, was schlimmer ist als ein steiler Aufstieg ist ein steiler Abstieg. Also sind wir auf dem Rückweg über den Altstädter Hof gelaufen, was sich landschaftlich wirklich sehr gelohnt hat. Der kleine Mensch hat uns dann noch einen gehörigen Schrecken eingejagt, da er plötzlich ganz schlaffi in der Kraxe hing
und ich auch keinen Atem mehr gehört hab. Der Pupillenreflex funktionierte aber noch, so dass wir beruhigt beschlossen, dass er wohl einfach nur eingeschlafen war (die Tage davor hat er in der Kraxe keinen Mittagschlaf gemacht). Schlussendlich sind wir aber durch die Planänderung doch wieder an der Sonnenklause vorbei gekommen. Kurzzeitig haben wir überlegt, ob einer von uns per Anhalter ins Dorf runterfahren soll, um das Auto zu holen, aber wir hatten dann doch noch soviel Ehrgeiz, auch den Abstieg komplett bis ins Dorf zu machen. Von den bereits vorhandenen Blasen abgesehen habe ich keine weiteren dazu bekommen, so dass ich die Schuhe endgültig für gut befinde. Jetzt bin ich auf den Muskelkater morgen gespannt.

Allgäu, Tag 1

Schon die Anreise in den Urlaub war super entspannt. Die Tatsache, dass wir mit dem Auto gefahren sind, mag dazu beigetragen haben. Aber wir haben auch 2 Übernachtungen beim Schwiegervater eingeschoben, um die Reisezeit für den kleinen Menschen erträglich zu machen. So war die erste Etappe nur 3 1/2 Stunden und die zweite Etappe 2 1/2 Stunden lang. Und beide Etappen sind wir nach dem Mittagessen angetreten, so dass der kleine Mensch die meiste Zeit der Autofahrt gepennt hat. Schon die Fahrt von Stuttgart ins Allgäu hatte etwas sehr romantisches, da die Autobahn, die den Albtrauf rauf geht, sehr verwunschen ist. Und erst der Moment, in dem ich die Alpen das erstemal sehen konnte, das war schon ein ganz spezielles Gefühl. Als wir den Urlaub geplant haben, wollte ich ja unbedingt ins Engadin und war skeptisch, ob die Berge im Allgäu hoch genug sind. Aber bei dem Wechselkurs, die der Franken gerade hat, war ich schon vor einer Woche überzeugt, dass das Allgäu die richtige Entscheidung war. Und die Berge sind hier definitiv hoch genug, zumal man mit Kind in der Kraxe eh keine megalangen und strengen Touren machen kann. Der Bauernhof, auf dem wir wohnen, ist ein Nebenerwerbs-Milchviehbetrieb. Heute abend wurden im Stall 5 Kühe gemolken, es gab noch eine Kuh, die scheinbar gerade trächtig ist und 2 Kälbchen. Der kleine Mensch ist ganz begeistert, hat aber auch mächtig Respekt vor den großen Tieren.
Als kleine Einstimmung haben wir nach unserer Ankunft einen kleinen Spaziergang zu den Hinanger Wasserfällen gemacht. Sehr beeindruckend, mit welcher Kraft das Wasser da eine schmale Rinne hinunterschießt. Man hat fast den Eindruck, dass da mehr als Schwerkraft im Spiel ist. Allerdings haben wir noch nicht herausgefunden, was… 😉
Jetzt hoffen wir mal, dass das Wetter tatsächlich besser wird, wobei die Nebelschwaden, die heute zwischen den Bergen hingen, schon auch ihren Charme haben.

Trotzdem will ich Bergwandern und da wäre Regen einfach echt doof. Aber sowohl die Wirtin als auch die Tagesschau behaupten ja, es wird besser. Falls das morgen noch nichts wird mit dem besseren Wetter, können wir ja vielleicht den Regentag nutzen, um in Sonthofen mal noch nach ausreichend langen Wanderstöcken für den Liebsten zu schauen, da seine Stöcke im Umzugschaos verschwunden sind und für mich nach einer neuen Regenjacke, da die, die ich in den letzten 5 Jahre getragen habe, leider in Auflösung begriffen ist.