Tagebuchbloggen 21.04.2020

Es ist wie immer mit meinem Tagebuchversuchen. Nach kurzer Zeit kommt mir alles zu banal vor, um darüber zu schreiben.

Die letzte Woche war mental anstrengend. Am Mittwoch die Pressekonferenz der Kanzlerin, wo verkündet wurde, wie es mit den Maßnahmen ab dem 20.04.2020 weitergeht.

Danach war ich erstmal beruhigt, Angela Merkel erklärte sehr klar, dass die Lage nach wie vor ernst sei und rechnete vor, dass wir schon bei einer Reproduktionszahl von 1,1 im Oktober an der Kapazitätsgrenze der Intensivstationen sein könnte.

Dann kam die Pressekonferenz von Armin Laschet und ich war nicht mehr ganz so beruhigt. Und quasi stündlich wurde es absurder, was in nrw alles gelockert wurde. Gestern dann soll Merkel das, was in den letzten Tagen hier passierte, als „Öffnungsdiskussionsorgien“ bezeichnet haben. ich habe so eine Ahnung, warum Sie sagt, sie wisse um die Nöte der Eltern. Das Kabinett und die Ministerpräsidenten führen sich auf, als wären sie bockige Kinder/Teenager aber nicht, als seien sie Menschen mit Verantwortung.

Es ist alles eher unerfreulich. Seit Wochen halten wir uns sehr streng an die empfohlene selbstisolation. Wir treffen physisch keine anderen Erwachsenen außer Nachbarn mit ausreichendem Sicherheitsabstand. Einer von uns geht 1x pro Woche einkaufen. Beim Spazierengehen halten wir Abstand zu anderen Menschen. Aber statt dass mit Lockerungen gewartet wird, bis man wieder auf 100 neuinfektionen am Tag runter ist, die man nämlich dann auch wieder konsequent nachverfolgen und isolieren kann, bevor diese Kontaktverfolgungsapp, in die so viel Hoffnung gelegt wird, da ist, lockert nrw mehr als das, worauf sich Bund und Länder geeinigt hatten. Zauberhaft. Karneval hat noch nicht gereicht, der doofe Söder hat dem Laschet mit den Skifahrerinnen aus Ischgl dann doch wieder überflügelt. Immer müssen die Bayern besser sein als nrw. Da geht noch was, muss sich Laschet gedacht haben.

Immerhin haben wir seit heute etwas mehr Klarheit, was die schule betrifft. So schnell gehen die kl Menschen hier wohl nicht wieder zur Schule. Die Lehrerinnen scheinen sich ganz langsam auch mit dem Gedanken anzufreunden. Und auch meine Arbeitgeberin macht keine Anstalten, die Leute, die Bürojobs haben, möglichst schnell wieder auf dem Werksgelände sehen zu wollen. Wenn Konzerne vernünftiger agieren als Ministerpräsidenten, sollte einer das wirklich zu denken geben.

Dass das vor allem auf dem Rücken von Familien ausgetragen wird, ärgert mich über alle Maßen. Statt Arbeitgeber zu zwingen, die Leute konsequent ins homeoffice zu schicken, macht man lieber die Schulen zu. Und lässt sich vom Mittelstand diktieren, dass man besser die Möbelhäuser wieder aufmacht statt die Schulen. Ikea findet das so unverantwortlich, dass die ihre Läden in NRW lieber noch zu lassen. Auch hier: wenn Konzerne vernünftiger agieren als Ministerpräsidenten, sollte einer das wirklich zu denken geben.

Jedenfalls finde ich es immer unerträglicher, wieviel dumme Menschen es auf der Welt gibt. Dumm und egoistisch. So langsam verliere ich die Geduld mit diesen Menschen. Aber den ganzen Tag nur schreiend rumrennen ist vermutlich auch keine Lösung.

Ein Gedanke zu „Tagebuchbloggen 21.04.2020

  1. So sieht es aus-letztlich muss man sich doch selbst um sein Wohl und das seiner Lieben kümmern.
    Halte durch! Und ich lese hier sehrsehr gern mit.
    Herzliche Grüße von Susanne

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