Tagebuchbloggen 26.03.2020

Heute morgen 2 h in einer Besprechung rumgehangen. Danach noch 1,5 h Sachen weggearbeitet. Der Liebste hat währenddessen versucht, die Kinder in die Gänge zu bringen. Die schlafen mittlerweile auch immer länger…

Nach der Mittagspause weiter gut voran gekommen, um 15 Uhr ein Gespräch mit meiner Chefin gehabt, das mich zuversichtlich stimmt, dass die etwas unbefriedigende Jobsituation sich auch bald klären wird.

Und dann habe ich was total verrücktes gemacht: Ich war joggen. Seit 12 Jahren war ich nicht mehr joggen! Diese Krise macht komische Dinge mit mir!

Ich hab noch immer Kopfweh. Es ist nicht mehr so schlimm wie letzte Woche, aber ich muss wirklich aufpassen, dass meine Schultern nicht wieder total verkrampfen.

Abends mit Nahtzugabe und 700Sachen virtuell zusammengesessen und geplauscht. Das war schön.

Nach wie vor sorge ich mich. Dass neoliberale Strömungen demnächst bewirken, dass das öffentliche Leben wieder aufgenommen wird, weil die Wirtschaft! Ungeachtet, ob wir das Infektionsgeschehen dann wieder unter Kontrolle haben und potentiell in den nächsten unkontrollierten Ausbruch rennen. Hauptsache, man tut was. Dabei zeigen Untersuchungen, dass Gegenden, die 1918 die H1N1 Pandemie nicht vernünftig im Griff hatten, deutlich schlimmere langfristige wirtschaftliche Schäden zu verzeichnen hatten als Gegenden, wo man konsequent das öffentliche Leben einstellte. Hier überlegt man jetzt, dass man nur noch die vulnerablem Gruppen schützt. Als würden die nicht-vulnerablen nicht genauso zu 5% auf der Intensivstation landen. Sie sterben mit bestmöglicher intensivmedizinischer Versorgung nicht so leicht, aber wenn es keine freien Beatmungsplätze mehr gibt, dann werden auch junge, gesunde Leute sterben, machen wir uns doch nichts vor! Und den älteren Menschen und den Menschen mit Vorerkrankungen oder nicht-intaktem Immunsystem jetzt zuzurufen „Wir halten es nicht mehr aus, bleibt ihr mal weiter schön zu Hause, wir machen hier ne große Covid19 Party“ ist auch krass unsolidarisch. Wenn der Antikörpertest in ausreichendem Maße vorhanden ist, und eine Testinfrastruktur dafür aufgebaut ist, kann man vielleicht mal drüber nachdenken, wie man das öffentliche Leben langsam wieder hochfährt. Denn dann haben wir eine reelle Chance, das Infektionsgeschehen in Echtzeit einschätzen und eingrenzen zu können. Aktuell haben wir mit der PCR Analyse nur die Möglichkeit, eine Idee davon zu bekommen, was vor 10-14 Tagen passierte. Und wirklich sicher wissen wir anhand der Todeszellen, was vor 3 Wochen passierte. Bei einem exponentiellen Wachstum, wo sich die Ansteckungen alle 3 Tage verdoppeln, wissen wir aktuell, dass wir in 2 Wochen insgesamt 5000 Tote haben werden und täglich mehrere hundert Menschen jeden Tag sterben werden und zwischen 50.000 und 100.000 Menschen auf der Intensivstation liegen werden. Das sind unvorstellbare Zahlen.

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