Tagebuchbloggen 19.03.2020

Nach einer erstaunlich schmerzarmen Nacht bin ich heute morgen quasi schmerzfrei aufgewacht. Nach dem Frühstück habe ich den Laptop auf einen Stapel Bücher gestellt und der Liebste hat eine überschüssige Tastatur aus dem Keller gefischt. Falls das auch nicht hilft, werde ich nächste Woche versuchen einen Durchlassschein für den Monitor im Büro zu bekommen und den dann holen. Das haben einigen Kollegen schon gemacht, ich gehe davon aus, dass der Werkschutz da aktuell keine großen Probleme machen wird.2020-03-19 08.30.34

Wenn der Liebste und ich gleichzeitig eine Besprechung haben, geht er übrigens ins Nähzimmer zum telefonierenthreema-20200318-140929-2549a5cff5469f85

In unserem Umfeld scheinen sich die Familien sehr strikt an die Isolation zu halten. Die meisten Kinder haben wirklich nur Kontakt zu ihren Geschwistern. Wir haben uns heute aus wichtigen Gründen mit einer Klassenkameradin des gr kl Menschen und ihrer Mutter zum Spazierengehen getroffen. Immer im Abstand von mind 1,5 m voneinander. Das hat gut getan!

Das Selbstlernen erfordert große Selbstdisziplin von uns allen. Aber es gibt immer weniger Tränen beim kl kl Menschen und der gr kl Mensch scheint abgesehen von Englisch recht diszipliniert zu arbeiten. Ich hingegen habe noch immer große Schwierigkeiten, konzentriert bei der Sache zu sein, kein Wunder bei solchen Kollegen…

https://twitter.com/drehumdiebolzen/status/1240528100728995840?s=20

Aufgrund des Spaziergangs über Mittag wichen wir heute etwas vom Plan ab, den wir in den letzten Tagen wirklich gut eingehalten haben. threema-20200319-175630-fecf1cda4e386499

Ich weiß, dass man keine größeren Gruppen treffen sollte, aber wie sehr der Mensch ein soziales Wesen ist, merkte ich heute sehr eindrücklich. Am Ende des Spaziergangs trafen wir auf der Straße die Schulleiterin und die Sekretärin der Grundschule, die Briefe für die Viertklässlerinnen austeilten. Um sich die Beine zu vertreten, um auch mal aus dem leeren Schulgebäude heraus zu kommen. So standen plötzliche 5 Erwachsene und drei Kinder auf der Kreuzung, alle in gebührendem Abstand voneinander. Dann kam noch eine weitere Mutter mit dem Auto vorbei, hielt an, wir unterhielten uns kurz, bis wir bemerkten, dass wir schon eine zu große Gruppe waren. Niemand war jemandem anderes zu nahe gekommen, aber der Wunsch nach persönlichem Austausch schien bei allen groß zu sein.

Der Liebste arbeitet sich jetzt in eLecture tools ein, da er davon ausgeht, dass das Sommersemester wohl mindestens zum Teil aus der Ferne stattfinden wird.

Ich habe heute auf Empfehlung von 700Sachen „Fit mit Anna“ ausprobiert und das ist dann doch eher was für mich als YouTube Yoga.

Mit meiner Schwester gechattet. Hab sie gefragt, ob ich ihr schicke Mundschutze nähen soll. Sie sagt, noch haben sie welche im Krankenhaus, aber auch die chirurgischen Mundschutze werden knapp. Falls ich welche nähe, könne ich ihr welche mitnähen, wer weiß, ob sie sie nicht tatsächlich bald brauche. Fürs erste wird sie nicht an vorderster Front kämpfen, aber auch sie fragt sich, wie lange die Trennung der Kliniken in „Fieber-“ und „Nicht-Fieber-Klinik“ aufrecht erhalten werden kann. Sehr beklemmend, zu sehen, wie sich ein Mensch, dem ich nahe stehe, versucht, auf das unvorstellbare vorzubereiten. Wir alle müssen unser Möglichstes tun, um den Menschen in den Krankenhäusern diesen Horror zu ersparen. Bitte, bleibt zu Hause! Wir müssen uns jetzt alle so verhalten, als hätten wir den Virus. Denn jede von uns könnte ihn längst haben. Und damit andere anstecken, die dann vielleicht medizinische Unterstützung benötigen. Es ist nicht nur ein Husten. Bleibt zu Hause!

 

 

 

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