MeMadeMittwoch mit Blätterranken

Kurz vor Pfingsten ging ich mit dem nicht mehr aufhörenden Rauschen und Pfeifen im Ohr zu meiner Hausärztin, die mich mit Verdacht auf Tinnitus zum HNO schickte und mich für eine Woche krank schrieb und mir Entspannung verordnete.

Diese verordnete Entspannung nutzte ich dazu, endlich mal eines meiner schon lange geplanten Kopfkleider zu nähen. Den Stoff hatte ich bereits 2013 in Berlin gekauft. Vor einigen Monaten sah ich ihn irgendwo, wo er als Tana Lawn von Liberty einsortiert war. Auf der Webkante steht nichts von Liberty, deshalb vermute ich, dass es eine Kopie ist. Aber der Stoff hat schon eine gute Qualität.kleid_160907-002.jpg

Ich nähte mal wieder ein Simplicity 2403 mit halben Tellerrock statt des Bleistiftrocks. Aus Musterverlaufsgründen musste der Rock leider knapp über dem Knie enden. kleid_160907-004.jpgMittlerweile mag ich es lieber, wenn die Röcke knapp unterhalb vom Knie enden. Dem Saum verstärkte ich mit Versteifungsband (horsehair braid), so dass der Rock schön ausgestellt ist. Und weil das Kleid ungefüttert ist, trage ich einen simplen Unterrock aus Seide.kleid_160907-006

Und weil es morgens jetzt schon ein bisschen zu kühl für ohne Jacke ist, trug ich heute morgen dazu noch meine neue Hortencia Strickjacke an. Es ist die erste Strickjacke, die ich geschafft habe für mich fertig zu stricken. Ich hab schon das ein oder andere Babystrickstück fertig gestrickt, aber eine ganze Erwachsenenjacke erschien mir lange Zeit total utopisch. Und auch für diese Jacke habe ich über 3 Monate gebraucht. Aber ich habe durchgehalten!!! Aber es ist halt auch größtenteils glatt rechts zu stricken, das schaff selbst ich, wie es scheint.kleid_160907-008

Wie andere mit den morgens noch recht frischen, nachmittags aber doch spätsommerlichen Temperaturen umgehen seht ihr auf dem MeMadeMittwoch Blog (der ein neues Kleid bekommen hat!)

Und dann noch eine Frage in eigener Sache: Seit ein paar Tagen experimentiere ich mit täglichen Outfitfotos auf Instagram. Da ja nicht jede Blogleserin auf Instagram ist, frag ich mich, ob Interesse besteht, dass ich diese Fotos auch hier auf dem Blog poste. Da ich häufig Outfits mehrere Tage hintereinander anziehe, würde ich wohl nicht täglich hier posten, aber vielleicht würde es dem Blog guttun, mal wieder mehr Kleider zu sehen. Wegen meiner Fotosession-Unlust mit dem Liebsten (wir geraten uns regelmäßig bei den Shootings in die Haare, wie die jeweils andere ihren Job zu machen haben) kleid_160907-005hab ich viele selbstgenähte Sachen hier im Blog noch gar nicht gezeigt. Fändet ihr das gut, die Instagrambilder auch hier zu sehen? Oder nerven euch doppel- und dreifachpostings?

Tagebuchbloggen 05. September 2016

Es ist der 5. und Frau Brüllen will mal wieder wissen, was ich eigentlich den ganzen Tag gemacht hab.

6:20 Uhr Der kl kl Mensch kommt in unser Bett gekrabbelt. Auch wenn in 10 min der Wecker klingelt, döse ich nochmal ein.

6:30 Uhr der Wecker klingelt

6:50 Uhr ich stehe auf. Der Liebste fühlt sich gar nicht gut und beschließt, heute im Bett zu bleiben. Ich lege den kl Menschen Klamotten raus, ziehe mich an, mach die Brotdose für den gr kl Mensch fertig, frühstücke und ermahne die kl Menschen nicht zu trödeln.

7:45 Uhr der kl kl Mensch kann seit Freitag Fahrradfahren. Also schlage ich vor, dass er mit dem Rad zum Kindergarten fährt. Dauert zwar etwas länger als mit dem Anhänger, aber da ich keinen Termin am Vormittag habe, investiere ich diese 10 Minuten gerne.

8:15 Uhr Ich bin im Büro, wo es etwas Aufregung um ein Projekt eines Kollegen gibt, der heute seinen ersten Tag nach dem Urlaub hat. Und wieder stelle ich fest, wie toll mein Chef ist. Er tut alles dafür, dass der Kollege nicht direkt mit einem miesen Gefühl in die Woche startet.

11:30 Uhr Mittagessen. Anfang September ist in der Kantine immer die Hölle los, vor allem bei Pommes und Currywurst ist die Schlange besonders lang, weil die neuen Azubis ankommen.

12:30 Uhr Wieder zurück im Büro. Und den ganzen Nachmittag damit verbracht, irgendwelche Varianten eines Problems zu rechnen, wo am Ende wahrscheinlich eh wieder eine neue Erkenntnis all diese Rechnungen obsolet macht. Aber nun gut. Zwischendrin bei Twitter eine interessante Diskussion geführt, die mich nun darüber nachdenken lässt, was ich unter dem Begriff „nationalistisch“ verstehe und wie man den noch verstehen könnte. Bin da allerdings wegen oben beschriebener Variantenrechnungen noch nicht sonderlich weit im Nachdenken 😉

17:15 Uhr Feierabend. Da der Liebste zu Hause im Bett liegt und ich noch Bündchenstoff für ein Geschenk brauche, nutze ich die Gelegenheit und fahre noch schnell in die Stadt im den Stoffladen. Und entdecke schräg gegenüber einen Friseurbedarfladen. Sollte der kl kl Mensch den Wunsch nach blauen Haaren also nochmal vehement äußern, wüsste ich jetzt, wo ich die Farbe her bekäme. Ich kaufte allerdings nur Haarklammern (Bobby Pins) und Haarspray. Mein Plan, die Haare doch nochmal auf zopflänge wachsen zu lassen, fordert so langsam ein paar ungewohnte Maßnahmen.

18:30 wieder zu Hause. Ich esse schnell was und beschließe beim Anblick des Liebsten, dass wohl besser ich auf den Elternabend gehe.

19 Uhr Elternabend. Es ist faszinierend und enervierend zugleich, wie wenig klar sich die Lehrerin ausdrücken kann. Sollen, dürfen, müssen, können scheinen plötzlich alle äquivalent zu gebrauchen zu sein.

21 Uhr wieder zu Hause beim kranken Mann. Nachdem wir uns ein wenig darüber auseinandergesetzt haben, wie wichtig man die Schule auf der einen Seite und lernen auf der anderen Seite nehmen sollte/müsste/könnte wenden wir uns der Frage zu, die mich schon  seit heute Nachmittag umtreibt: kann es ein Missverständnis über das Wort Nationalist geben? Gibt es verschiedene Auffassungen davon, was Nationalisten simd? Ist es womöglich für andere gleichbedeutend mit Nazi? Weil für mich ist es das nicht. Nationalisten sind nicht zwangsläufig menschenverachtende Verbrecher. Nationalisten können durchaus noch soviel Anstand besitzen, dass sie sich zwar qua Herkunft von anderen abgrenzen wollen, dafür die anderen aber nicht gleich niedermetzeln wollen. Die anderen sollen halt bitte einfach wegbleiben. 

23 Uhr bis ich wirklich schlafen kann, wird es wohl noch ein bisschen dauern, aber ich sollte/müsste/könnte es ja wenigstens mal probieren.